Varanus

Varanus varius (SHAW 1790)
Buntwaran

 

from Renmark, SAvariusVaranus varius gehört zur Untergattung Varanus. Die Grundfarbe der Oberseite ist dunkelblau mit zahlreichen verstreuten weißen, cremefarbenen oder gelben Einzelschuppen. Einige dieser Schuppen stehen in Gruppen zusammen und bilden größere Punkte oder Flecken. Bei Jungtieren sind diese hellen Flecken zwischen dunkleren Bereichen angeordnet, aber diese Andeutung von Querbändern verblaßt im Alter. Eine gebänderte Phase (belli-Phase), bei der abwechselnd schwarze und gelbe Bänder auf dem Körper, dem Schwanz und auf den Gliedmaßen auftreten, ist in einem Gebiet des nördlichen Neu-Süd-Wales und des angrenzenden südliche Queensland beheimatet. Gewöhnlich sind schwarze Balken über die Schnauze, das Kinn und die Kehle zu sehen. Der Schwanz ist mit unregelmäßigen gelben Querbändern gezeichnet. Die Kopfschuppen sind mäßig groß und glatt, die Supraocularia sind ungleichmäßig. Das Nasenloch steht seitlich. Die Entfernung zwischen Nuchalia und Auge ist etwa doppelt so groß wie dei Entfernung der Nuchalia zur Schnauzenspitze. Ungefähr 200 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Eine deutlich sichtbare Reihe vergrößerter Schuppen, die einen Kamm bilden, ist auf der Innenseite der Basis der vierten Zehe ausgebildet. Der Schwanz ist, außer an der Basis, stark seitlich zusammengepreßt mit einem deutlich sichtbaren Doppelkiel auf der Oberseite. Er ist etwa 1,8 mal so lang wie KRL. Die durchschnittliche GL beträgt 150 cm, aber Tiere, die länger als 200 cm werden, sind beschrieben.


Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise

varius

variusDie Verbreitung von Varanus varius erstreckt sich auf die Ostküste Australiens, wo er im Norden von der Cape York Halbinsel bis nach Victoria im Süden vorkommt. Auch im südöstlichen Süd-Australien ist dieser Waran beheimatet (MERTENS 1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992).
Der Buntwaran lebt in seiner Heimat auf Bäumen, ist aber bei der Nahrungssuche und -aufnahme häufig am Boden zu beobachten HORN (1980). Seiner Größe entsprechend gehört auch Aas zu seinem Futterspektrum (KENNERSON 1980, WARD & CARTER 1988). Gelegentlich verspeist V. varius auch Fledermäuse (MANSERGH & HUXLEY 1985) und junge Vögel, z.B. Eulenschwalme (KINGSTON 1980).

 

 


Pflege und Zucht
Die Haltung von Varanus varius im Terrarium beschreiben HORN & VISSER (1989). In Anbetracht der Größe und des Bewegungsbedürfnisses der Warane ist eine Pflege eigentlich nur Zoos oder Privatpersonen, die sehr viel Platz zur Verfügung stellen können, möglich.
In der Natur legt der Buntwaran seine Eier vornehmlich in den Hügeln der dort vorkommenden Termiten ab. Nachdem die Termiten ihren beschädigten Bau wieder repariert haben, haben die Eier dann sowohl die zur Inkubation richtigen Bedingungen (Temperatur und Feuchtigkeit) und den Schutz vor Freßfeinden. Interessant an der Brutbiologie ist, daß nach Ablauf der Brutzeit das Weibchen zum Termitenbau zurückkehrt, diesen öffnet und den geschlüpften Jungen so ermöglicht, den Bau zu verlassen (BARTON 1991).
Da der Buntwaran ein Baumbewohner ist, sollte man ihm auch die Möglichkeit einräumen zu klettern. Einige stabile, senkrecht oder leicht geneigt stehende Baumstämme gehören deshalb zur Grundausstattung. Als Bodengrund verwendet HORN (1991) eine Mischung aus Walderde, Torf und Kies. Da V. varius auch ein sehr guter Gräber ist, sollte die Bodenschicht eine entsprechende Höhe aufweisen. Eine gelegentliche Befeuchtung des Substrates zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit ist auch anzuraten. Da das Verbreitungsgebiet vom tropischen Nord-Queensland bis zum mediterranen Victoria reicht, können die Tiere die unterschiedlichsten Ansprüchen stellen. Man weiß leider in den seltensten Fällen, aus welcher Klimazone das Tier stammt, das man gerade pflegt. Genaue Beobachtungen, welche Temperaturen und Feuchtigkeiten den Tieren zusagen sind deshalb besonders wichtig. Einen guten Überblick über einige dieser Parameter und über die Biologie von V. varius im Biotop gibt HORN (1980).
Nachzuchten von Varanus varius in menschlischer Obhut sind bisher schon mehrfach beschrieben worden. Die häufigsten erfolgreichen Nachzuchten ereigneten sich aber in Australien, wo die Tiere unter Freilandbedingungen gepflegt wurden (BREDL & SCHWANER 1983). HORN (1991) gelang die erste Nachzucht außerhalb Australiens. Das Weibchen legte zwei Gelege mit 5, bzw. 7 Eiern, jeweils ca. 4 Wochen nach den beobachteten Paarungen, in einer zur Eiablagebox umfunktionierten Holzkiste ab. Die Eier wurden in einem Motorbrüter (B
ROER & HORN 1985) ohne Substrat in einer wasserdampfgesättigten Atmosphäre gezeitigt. Bei einer Temperatur von 29°C schlüpften nach 226 - 243 Tagen die insgesamt 11 Jungtiere. Die Schlüpflinge maßen zwischen 32,7 und 37,2 cm und wogen zwischen 28,4 und 40,8 g. Die Aufzucht der Jungwarane bereitete keine Probleme. Sie wuchsen gut bei einer Fütterung mit frischgeborenen Mäusen.
VISSER (1996) berichtet, daß im Zoo von Rotterdam 1995 mit den Nachzuchttieren von HORN eine weitere Zucht gelang. Dies ist somit die erste Nachzucht in der zweiten Generation dieses Warans außerhalb Australiens.
Von einem ganz besonderen Ereignis berichten K
RAUSS & HORN (2004). Hier schlüpften aus einem Ei gleich drei Jungtiere. Alle Jungwarane überlebten und entwickelten sich genau, wie die Geschwister aus dem gleichen Gelege, waren aber von Gewicht immer etwas leichter.
   
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