Artenteil
Varanus spenceri LUCAS & FROST 1903 (Spencer’s Waran)
Varanus spenceri gehört zur Untergattung Varanus. Üblicherweise ist die Grundfarbe hellgraubraun, aber die Variationsbreite geht von blass-schmutzigcremefarbig bis zu einem dunklen Rostbraun, mit verstreuten dunkelbraunen und cremefarbenen Punkten und Flecken und unregelmässigen, schmalen, hellgelben oder grauen Querbändern auf Nacken, Rücken und Schwanz. Die Lippen tragen deutliche helle und dunkle Streifen. Der Untergrund ist cremefarben mit dunkelgrauen oder braunen Flecken, die speziell auf der Kehle deutlich sichtbar sind. Die Kopfschuppen sind unregelmässig und glatt. Das Nasenloch steht seitlich, es liegt sehr viel näher zur Schnauzenspitze als zum Auge. 150 - 175 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Der Schwanzquerschnitt ist an der Basis mehr oder weniger rund, aber die letzte Hälfte ist deutlich seitlich zusammengedrückt und trägt einen doppelten Mittelkiel. Der Schwanz ist nur unwesentlich länger als KRL. Die GL beträgt bis 120 cm.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernDie Verbreitung von V. spenceri erstreckt sich in Australien auf die trockenen Ebenen im Nordosten des Northern Territory bis über die Grenze nach Queensland. Dabei ist Spencer’s Waran nur in Gebieten mit Schwarzerde anzutreffen. In den weiten, baumlosen Ebenen lebt die Art in Höhlen oder zwischen grossen Erdspalten, um nur während der Morgenstunden und am späten Nachmittag, wenn die Temperaturen gemässigt sind, auf Beutefang zu gehen (MERTENS 1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, PENGILLEY 1981, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992).
Pflege und Zucht
Über die Haltung von Varanus spenceri im Terrarium ist ausserhalb Australiens nichts bekannt. PETERS (1969b, d, 1970c, 1971a) berichtet über eine Haltung und Zucht dieser Art im Terrarium des Taronga Zoos in Sydney. Das Paar bewohnte hier ein gemeinsames Terrarium. Das Weibchen wurde bereits trächtig in der Natur gefangen. Obwohl es sich bei dieser Zucht also eigentlich nur um eine Eizeitigung handelt, sind die daraus resultierenden Informationen interessant.
Die 18 abgelegten Eier wurden in unterschiedlichen Substraten und bei unterschiedlichen Temperaturen gezeitigt. Bei einer Inkubationstemperatur von 29,5°C schlüpten 11 Jungtiere nach 113 - 120 Tagen. Die Schlüpflinge massen 22 cm. Einige Tage nach dem Schlupf begannen die Jungwarane mit der Futteraufnahme. Die Nahrung bestand am Anfang aus Babymäusen und frisch gehäuteten Larven des Mehlkäfers (Mehlwurm). Nach 6 Wochen hatten sie bei guter Fütterung deutlich an Länge zugelegt und massen 45 cm. Nun wurden auch in Streifen geschnittenes Rinderherz und rohe Eier verfüttert.
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