Artenteil
Varanus rosenbergi MERTENS 1957 (Rosenberg's Waran)
Varanus rosenbergi gehört zur Untergattung Varanus. Er kann eine Gesamtlänge von 150 cm erreichen, wobei Exemplare vom Festland kleiner bleiben als Tiere von vorgelagerten Inseln. MERTENS (1957a) beschrieb sie als Unterart von Varanus gouldii. STORR (1980) erhob diese Unterart in Artstatus, als er feststellte, dass in den Gebieten, in denen V. rosenbergi und V. gouldii sympatrisch auftreten, keine Mischlinge dieser Arten zu finden sind. Rosenberg’s Waran ähnelt im Aussehen Varanus gouldii, von dem er sich hauptsächlich durch die dunklere Farbe unterscheidet.
Die Färbung der Oberseite ist schwarz mit kleinen gelben bis weissen Punkten. Auf dem Hals und Rücken bilden sie etwa 15 schmale schwarze Bänder, die auf dem Nacken einen leichten Bogen nach vorne beschreiben. Ein dunkler Temporalstreifen ist sichtbar, er ist an den Seiten hell begrenzt. Der Schwanz ist mehr oder weniger mit abwechselnd hellgelben und schwarzbraunen Streifen gebändert. Die Schwanzspitze ist entweder einfarbig dunkel oder gebändert. Die Färbung der Unterseite ist weisslich mit einem schwarzen oder grauen Netzmuster. Die Kopfschuppen sind klein und glatt. Das Nasenloch steht seitlich, es ist näher zur Schnauzenspitze als zum Auge gelegen. 160 - 210 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Der Schwanz ist, ausser an der Basis, stark seitlich zusammengedrückt, mit einem deutlich sichtbaren Doppelkiel auf der hinteren Hälfte des Schwanzes. Die Länge ist 1,3 - 1,8 mal so lang wie die KRL, die GL beträgt bis 100 cm.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernDie Verbreitung von Varanus rosenbergi erstreckt sich auf den Süden von Australien. Dort bewohnt er die küstennahen Gebiete West- und Süd-Australiens bis zur Grenze nach Victoria. Auch im Gebiet um Sydney wurde V. rosenbergi nachgewiesen (SHEA 1994). Einige Inseln sind von V. rosenbergi bewohnt, z.B. Kangaroo und Reevesby Island, wobei er vermutlich auf einigen Inseln ausgesetzt wurde, um dort die Schlangen zu dezimieren. Auf Kangaroo Island trifft man diese Waranart sehr häufig an, sonst ist sie eher selten zu beobachten. Sie bewohnt vor allem die buschreichen Küstengebiete (MERTENS 1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992). Als Futter wird alles genommen, was überwältigt werden kann, dabei macht V. rosenbergi auch nicht vor den Stacheln des australischen Stacheligels (Tachyglossus aculeatus) halt. OVERTON (1987) beobachtete, dass ein Waran ein Jungtier verspeiste.
Die Biologie von Varanus rosenbergi ist in den letzten Jahren sehr ausführlich untersucht worden. Zur Eiablage in der Natur bevorzugen die Tiere Termitenbauten (KING & GREEN 1979, EHMANN et al. 1991). Das Muttertier gräbt ein Loch in die Wand und legt dort die Eier ab. Den Verschluss des Baues übernehmen dann die Termiten. Die Eier sind so ausserordentlich gut vor dem Zugriff von Feinden geschützt. Ausserdem ist die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in einem Termitenbau immer konstant, so dass die Eier ein Optimum an „Pflege“ (konstante Temperatur und Feuchtigkeit) erhalten. Gleichzeitig beschützen die Weibchen für einige Wochen nach der Eiablage das Nest (EHMANN et al. 1991). Nach dem Schlupf müssen sich die Jungtiere aus eigener Kraft durch die Wand nach aussen graben. Eine Hilfe durch eines der Elterntiere, wie es bei Varanus varius beschrieben wird, ist hier nicht vorhanden.
Pflege und Zucht
Über eine Haltung und Pflege im Terrarium von Varanus rosenbergi ist bisher kein Bericht veröffentlicht. In Anbetracht der Grösse der Tiere, brauchen sie ein Terrarium mit grosser Grundfläche. Als Bodengrund können wir Sand verwenden.
Da diese Waranart in der Natur Termitenbauten zur Eiablage bevorzugt, können wir ihnen im Terrarium eventuell einen Vogelnistkasten als Ersatz anbieten. Diesen Kasten füllen wir mit leicht feuchtem Sand oder Rindemulch. Eine Beheizung auf etwa 28°C, möglichst von oben oder von einer Seite, da so ein Temperaturgefälle des Substrates erzeugt wird, imitiert am besten die natürlichen GegebenheitenLeider ist aber über eine Nachzucht von V. rosenbergi in menschlicher Obhut bisher noch nichts bekannt.
zurück