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Varanus
komodoensis ist der grösste heute lebende Vertreter der Warane.
Er gehört zur Untergattung Varanus. Obwohl er mit einer Länge
von über 3 m und einem Gewicht von bis zu 150 kg nicht gerade unscheinbar
ist, wurde diese Art erst 1912 von dem Holländer OUWENS der Wissenschaft bekannt gemacht.
AUFFENBERG (1981a) erforschte die Biologie von V.
komodoensis, indem er mehrere Jahre auf der Insel Komodo lebte und
dort eine Forschungsstation unterhielt.
Als Nahrung wird von V. komodoensis alles angenommen, was von ihm
überwältigt werden kann. So gehören die auf diesen Inseln
lebenden Schweine und Hirsche genauso zum Beutespektrum wie auch die Haustiere
der dortigen Bevölkerung. Auch von gelegentlichen Angriffen auf die
Menschen wurde schon berichtet. Das bekannteste Opfer war Baron Rudolf von
Reding Biberegg. Er verschwand im Juli 1974 während einer Exkursion
auf Komodo. Die einzigen Überreste, die gefunden wurden, waren sein
Hut, die Kamera und ein blutverschmierter Schuh.
Im allgemeinen beschränken sich aber die Drachen von Komodo auf den
Verzehr von kranken und schwachen oder frisch geborenen Tieren. Sie fressen
aber gelegentlich auch Thermometerhühner (LINCOLN 1974). Bei der Jagd auf grössere Tiere, wie Hirsche und Wasserbüffel,
lauern sie diesen an deren Wildwechseln auf und beissen sie dann in einem
Überraschungsangriff in die Beine. Da sich im Speichel der Warane sehr
viele infektiöse Bakterien befinden, die beim Biss in die Wunde gelangen,
brauchen die Warane das Beutetier nicht sofort zu töten, was mit einigen
Gefahren für sie verbunden wäre - Wasserbüffel sind sehr
wehrhaft - sondern sie verfolgen die Beute, teilweise über mehrere
Tage, bis es durch Blutverlust oder Infektion so stark geschwächt ist,
dass es gefahrlos überwältigt und gefressen werden kann. Auch
vor dem Verspeisen von Aas schrecken V. komodoensis nicht zurück. DIAMOND (1987) schreibt, dass V. komodoensis mit dazu beigetragen habe,
auf diesen Inseln lebende Zwergelefanten auszurotten.
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Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise |

Die
Verbreitung dieser grössten Waranart beschränkt sich auf ein sehr
kleines Areal. V. komodoensis bewohnt die Inseln Komodo, Rintja,
Gillimontang, Pandar und die westliche Küste von Flores (MERTENS 1942d, AUFFENBERG 1980, 1981a). Vermutlich ist sie
auf Pandar bereits ausgestorben, da dort die Hirsche, ihre Hauptnahrungsquelle,
sehr stark gewildert werden.
Der Lebensraum der Drachen erstreckt sich auf das Grasland der Insel, wo
sie verborgen an Wildwechseln auf Beute lauern, oder sie streifen in den
Wäldern auf der Suche nach Nahrung umher. Um Touristen die Möglichkeit
zu geben, Warane zu beobachten, wurde eine Futterstelle in einem Bachbett
angelegt. Dort werden tote Ziegen, die die Touristen bei der Inselbevölkerung
kaufen können, ausgelegt. Da Komodowarane, wie alle anderen Warane
auch, einen ausgezeichneten Geruchssinn haben, versammeln sich nach kurzer
Zeit an dieser Futterstelle mehrere Tiere, um die Beute zu verspeisen. Die
Gefahr besteht nun darin, dass sich die Warane an den Menschen gewöhnen,
also keine Angst haben, und es so schon häufig zu gefährlichen
Situationen gekommen ist, da die Touristen auf der Jagd nach guten Photographien
jegliche Gefahr vergessen.
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Pflege und Zucht |
Die
Haltung verbietet sich bei der Grösse in der Regel von selbst. Nur
Zoos oder Reptilienparks, die genügend Fläche zur Verfügung
stellen können, bilden hier eine Ausnahme. In Indonesien und auch im
Zoo von Washington in den USA, sind diese beeindruckenden Riesen schon gepflegt
und nachgezogen worden (WALSH & ROSSCOE 1993, WALSH et al. 1993). In den Zoos von Indonesien
kann V. komodoensis ohne grössere Probleme unter Freilandbedingungen
gepflegt und gezüchtet werden (BUSONO 1974).
Auch im Berliner Zoo werden seit längere Zeit drei Tiere dieser Waranart
gepflegt (LANGE 1989, 1991). Die Tiere bewohnen ein
Terrarium mit den Massen 12,6 x 2,6 x 5,7 m LBH. Der Boden besteht aus Beton,
der mit Epoxyd-Harz bestrichen ist. Einige robuste Baumstämme und einige
grosse Lochsteine dienen den Tieren als Deckung und Schlafgelegenheit. Ein
grosses Becken in der Mitte der Anlage wird von den Waranen als Badebecken
genutzt.
Eine Nachzucht von Varanus komodoensis in menschlicher Obhut ist
zuerst in Indonesien gelungen (BUSONO 1974). Dort
konnten die Tiere unter natürlichen Bedingungen gepflegt werden. Leider
sind die Angaben nicht einfach nachzuvollziehen, da dort 29 Jungtiere nach
angeblich weniger als 2 Monaten Inkubation geschlüpft sein sollen.
Diese Angaben sind vermutlich auf eine Verwechslung unterschiedlicher Gelege
zurückzuführen. In den letzten Jahren ist aber auch im National
Zoo von Washington mehrfach die Nachzucht dieses Warans geglückt (WALSH & ROSSCOE 1993, WALSH et
al. 1993). Aus mehreren Gelegen schlüpften bisher 55 Jungtiere nach
einer Inkubationszeit von 237 - 280 Tagen. Die Inkubation erfolgte bei einer
Temperatur zwischen 27,5 und 29°C in Vermiculite. Beim Schlupf hatten
die jungen Warane eine Gesamtlänge zwischen 380 und 420 mm. Sie wogen
zwischen 71,7 und 103 g. Die Aufzucht bereitete keine Probleme. |