Varanus
Varanus gouldii GRAY 1838
Gould's Waran
 
Unterarten: V. g. gouldii GRAY 1838
V. g. flavirufus MERTENS 1957
gouldii flavirufus
V. gouldii flavirufus
Alice Springs, NT
gouldii
V. gouldii gouldii
Denham, WA
Varanus gouldii gehört zur Untergattung Varanus.
Der Name Varanus gouldii wurde zwischenzeitlich für eine andere Waranart von australischen Kontinent verwendet, da der von MERTENS (1958) benannte Lectotypus sah identisch aus wie die von STORR (1980) neu beschriebene Art V. panoptes. Die International Commission of Zoological Nomenclature (2000: Opinion 1948) folgte einem Antrag den bisherigen Lectotypus für V. gouldii durch einen Neotypus zu ersetzen, der genau den Waran darstellte, der allgemein als V. gouldii bekannt war.
Gleichzeitig konnte V. g. flavirufus, der von MERTENS (1958) als Unterart zu V. gouldii beschrieben wurde und die Tiere, die aus den Wüstengebieten aus dem Inneren von Australien bezeichnet, wieder aufleben.
SHINE (1986) war der erste, der zeigte, dass beide Arten (V. gouldii und V. panoptes) gemeinsam im gleichen Verbreitungsgebiet vorkommen, deshalb auch als zwei unterschiedliche Arten aufzufassen sind. Sie bewohnen unterschiedliche Biotope: während V. panoptes hauptsächlich in der Nähe von Flüssen vorkommt und sich dort grösstenteils von Tieren ernährt, die er am und im Wasser erbeutet, lebt V. gouldii vorwiegend im Trockenwald und ernährt sich von Landtieren.
Die Rückenfarbe bei V. g. gouldii variiert zwischen hellgelb und schwarz, gewöhnlich mit zahlreichen kleinen, verstreut liegenden helleren und dunkleren Punkten und Flecken, die zur Bildung von unregelmässigen schmalen Querbändern neigen. Gelegentlich neigen die hell cremefarbenen bis gelben Zeichnungen zur Ozellenbildung, die einen dunklen Zentralfleck haben. Die Gliedmassen sind gewöhnlich mit kleinen weissen, cremefarbenen oder gelben Punkten bedeckt. Ein deutlicher schwarzer Temporalstreifen ist beidseitig hell begrenzt. Der Schwanz ist, ausser an der Spitze, hellbraun bis schwarz. Einige helle Schuppen bilden schmale Ringe quer über den Schwanz. Die letzten 7 - 15 cm des Schwanzes sind einfarbig weiss, cremefarben oder gelb. Die Unterseite ist weisslich, meistens mit verstreuten dunklen Punkten und Flecken. Die Kopfschuppen sind klein, unregelmässig und glatt. Das Nasenloch steht seitlich, es ist deutlich näher zur Schnauzenspitze als zum Auge gelegen. 165 - 216 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angelegt. 121 - 139 Bauchschuppenreihen sind vorhanden. Der Schwanz ist, ausser an der Basis, sehr stark seitlich zusammengedrückt. Ein deutlich sichtbarer Doppelkiel ist auf der vorderen Hälfte zu sehen. Er ist ungefähr 1,5 mal so lang wie die KRL. Die Schwanzschuppen sind leicht gekielt. Die GL beträgt bis 160 cm.
Die Grundfarbe auf dem Rücken bei der Unterart V. g. flavirufus ist deutlich heller als bei der Nominatform. Die Farbe kann zwischen einem Hellgelb oder Gelbrot schwanken. 145 - 179 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angelegt. 125 - 147 Bauchschuppenreihen sind vorhanden. Der Schwanz ist im Durchschnitt 1,53 mal so lange wie KRL.

Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise

gouldii

gouldiiDie Verbreitung von V. gouldii erstreckt sich fast über den gesamten australischen Kontinent. Nur im äussersten Südwesten, wo er von V. rosenbergi vertreten wird, im Südosten und auf der Halbinsel Cape York fehlt er. Auch auf einigen Inseln vor der nördlichen Küste soll er verbreitet sein, was aber noch nicht einwandfrei nachgewiesen (MERTENS 1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992).
Die Unterart V. g. flavirufus ist auf das Wüstenähnliche Innere von Australien beschränkt. Als Futter wird alles genommen, was von ihm überwältigt werden kann (LOSOS & GREENE 1988). Auch vor Artgenossen (SHINE 1986) und sogar vor Skorpionen (KOCH 1970) wird gelegentlich nicht halt gemacht.


Pflege und Zucht
gouldii flavirufusEin Terrarium mit grosser Grundfläche ist Grundvoraussetzung, wenn man V. gouldii halten will. Man kann sie paarweise pflegen, muss aber bei der Fütterung sorgsam darauf achten, dass es dabei zu keinen Beissereien kommt. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die Tiere sehr futterneidisch sein können.
Als Bodengrund nehmen wir Sand. Die Einrichtung muss der Natur der Tiere angepasst sein, also robust, weshalb grosse Steine, die die Warane nicht umherschieben können und einige grosse Baumstämme oder Wurzeln zweckmässig sind. Ein Schlupfkasten, der mit feuchtem Substrat gefüllt ist, sollte auch hier nicht fehlen. Wasser muss man den Tieren immer anbieten, aber von einer grossen Wanne, in der die Tiere eventuell baden können, kann ich nur abraten. Die Warane lägen dann sehr häufig im Wasser. Da sie aber in der Natur nur selten Wasser vorfinden, ist ihr Stoffwechsel nicht darauf eingestellt. Hautpilze auf den Extremitäten und auf dem Schwanz wären die Folge, was zum Absterben der befallenen Teile führen kann.
Als Futter bieten wir V. gouldii eine ausgewogenen Mischung aus Insekten (Wanderheuschrecken, Schaben) und Mäusen an. Auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung sollte auch hier geachtet werden.
Die Nachzucht von V. gouldii im Terrarium ist ausserhalb Australiens bisher noch nicht beschrieben worden. RETES (pers. Mitt.) hat in den USA im letzten Jahr mehrmals diese Tiere nachgezogen, leider sind hier keine Daten publiziert. Da aber in den letzten Jahren regelmässig V. panoptes nachgezogen wurden (HANINGER-BERLIN 1993), kann man sich an diesem Bericht orientieren und die Parameter für die Zucht von dort übernehmen.
   
zurück