| Artenteil |
| Varanus
gouldii GRAY 1838 (Gould's Waran) |
| Unterarten: |
V.
g. gouldii BOULENGER 1885
V. g. flavirufus STERNFELD 1919 |
Varanus
gouldii gehört zur Untergattung Varanus.
Der Name Varanus gouldii wurde zwischenzeitlich für eine andere
Waranart von australischen Kontinent verwendet, da der von MERTENS
(1958) benannte Lectotypus sah identisch aus wie die von STORR
(1980) neu beschriebene Art V. panoptes. Die International Commission
of Zoological Nomenclature (2000: Opinion 1948) folgte einem Antrag den
bisherigen Lectotypus für V. gouldii durch einen Neotypus
zu ersetzen, der genau den Waran darstellte, der allgemein als V. gouldii
bekannt war.
Gleichzeitig konnte V. g. flavirufus, der von MERTENS
(1958) als Unterart zu V. gouldii beschrieben wurde und die Tiere,
die aus den Wüstengebieten aus dem Inneren von Australien bezeichnet,
wieder aufleben.
SHINE (1986) war der erste, der zeigte, dass beide
Arten (V. gouldii und V. panoptes) gemeinsam im gleichen
Verbreitungsgebiet vorkommen, deshalb auch als zwei unterschiedliche Arten
aufzufassen sind. Sie bewohnen unterschiedliche Biotope: während V.
panoptes hauptsächlich in der Nähe von Flüssen vorkommt
und sich dort grösstenteils von Tieren ernährt, die er am und
im Wasser erbeutet, lebt V. gouldii vorwiegend im Trockenwald und
ernährt sich von Landtieren.
Die Rückenfarbe bei V. g. gouldii variiert zwischen hellgelb
und schwarz, gewöhnlich mit zahlreichen kleinen, verstreut liegenden
helleren und dunkleren Punkten und Flecken, die zur Bildung von unregelmässigen
schmalen Querbändern neigen. Gelegentlich neigen die hell cremefarbenen
bis gelben Zeichnungen zur Ozellenbildung, die einen dunklen Zentralfleck
haben. Die Gliedmassen sind gewöhnlich mit kleinen weissen, cremefarbenen
oder gelben Punkten bedeckt. Ein deutlicher schwarzer Temporalstreifen ist
beidseitig hell begrenzt. Der Schwanz ist, ausser an der Spitze, hellbraun
bis schwarz. Einige helle Schuppen bilden schmale Ringe quer über den
Schwanz. Die letzten 7 - 15 cm des Schwanzes sind einfarbig weiss, cremefarben
oder gelb. Die Unterseite ist weisslich, meistens mit verstreuten dunklen
Punkten und Flecken. Die Kopfschuppen sind klein, unregelmässig und
glatt. Das Nasenloch steht seitlich, es ist deutlich näher zur Schnauzenspitze
als zum Auge gelegen. 165 - 216 Schuppenreihen sind um die Körpermitte
angelegt. 121 - 139 Bauchschuppenreihen sind vorhanden. Der Schwanz ist,
ausser an der Basis, sehr stark seitlich zusammengedrückt. Ein deutlich
sichtbarer Doppelkiel ist auf der vorderen Hälfte zu sehen. Er ist
ungefähr 1,5 mal so lang wie die KRL. Die Schwanzschuppen sind leicht
gekielt. Die GL beträgt bis 160 cm.
Die Grundfarbe auf dem Rücken bei der Unterart V. g. flavirufus
ist deutlich heller als bei der Nominatform. Die Farbe kann zwischen einem
Hellgelb oder Gelbrot schwanken. 145 - 179 Schuppenreihen sind um die Körpermitte
angelegt. 125 - 147 Bauchschuppenreihen sind vorhanden. Der Schwanz ist
im Durchschnitt 1,53 mal so lange wie KRL. |
| Verbreitung,
Lebensraum und Lebensweise |
Die
Verbreitung von V. gouldii erstreckt sich fast über den gesamten
australischen Kontinent. Nur im äussersten Südwesten, wo er von
V. rosenbergi vertreten wird, im Südosten und auf der Halbinsel
Cape York fehlt er. Auch auf einigen Inseln vor der nördlichen Küste
soll er verbreitet sein, was aber noch nicht einwandfrei nachgewiesen (MERTENS
1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL
1966, BUSTARD 1968, SWANSON
1976, STORR 1980, STORR et al.
1983b, WILSON & KNOWLES
1988, HOSER 1989, COGGER 1992,
EHMANN 1992).
Die Unterart V. g. flavirufus ist auf das Wüstenähnliche
Innere von Australien beschränkt. Als Futter wird alles genommen, was
von ihm überwältigt werden kann (LOSOS &
GREENE 1988). Auch vor Artgenossen (SHINE
1986) und sogar vor Skorpionen (KOCH 1970) wird gelegentlich
nicht halt gemacht . |
| Pflege
und Zucht |
Ein
Terrarium mit grosser Grundfläche ist Grundvoraussetzung, wenn man
V. gouldii halten will. Man kann sie paarweise pflegen, muss aber
bei der Fütterung sorgsam darauf achten, dass es dabei zu keinen Beissereien
kommt. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die Tiere sehr futterneidisch
sein können.
Als Bodengrund nehmen wir Sand. Die Einrichtung muss der Natur der Tiere
angepasst sein, also robust, weshalb grosse Steine, die die Warane nicht
umherschieben können und einige grosse Baumstämme oder Wurzeln
zweckmässig sind. Ein Schlupfkasten, der mit feuchtem Substrat gefüllt
ist, sollte auch hier nicht fehlen. Wasser muss man den Tieren immer anbieten,
aber von einer grossen Wanne, in der die Tiere eventuell baden können,
kann ich nur abraten. Die Warane lägen dann sehr häufig im Wasser.
Da sie aber in der Natur nur selten Wasser vorfinden, ist ihr Stoffwechsel
nicht darauf eingestellt. Hautpilze auf den Extremitäten und auf dem
Schwanz wären die Folge, was zum Absterben der befallenen Teile führen
kann.
Als Futter bieten wir V. gouldii eine ausgewogenen Mischung aus
Insekten (Wanderheuschrecken, Schaben) und Mäusen an. Auf eine ausreichende
Vitamin- und Mineralstoffversorgung sollte auch hier geachtet werden.
Die Nachzucht von V. gouldii im Terrarium ist ausserhalb Australiens
bisher noch nicht beschrieben worden. RETES (pers.
Mitt.) hat in den USA im letzten Jahr mehrmals diese Tiere nachgezogen,
leider sind hier keine Daten publiziert. Da aber in den letzten Jahren regelmässig
V. panoptes nachgezogen wurden (HANINGER-BERLIN
1993), kann man sich an diesem Bericht orientieren und die Parameter für
die Zucht von dort übernehmen. |
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