Artenteil
Varanus giganteus (GRAY 1845) (Perentie, Grosswaran)

Varanus giganteus ist der grösste Waran in Australien. Er gehört zur Untergattung Varanus.
Die Grundfärbung ist braun, der Rücken und die Seiten sind mit einer Reihe grosser cremefarbener bis gelblicher Flecken bedeckt, die in Querreihen über den Rücken und den Schwanz angeordnet sind. Jeder helle Fleck ist umgrenzt von einem dunkelbraunen oder schwarzen Rand. Die schwarzen Umrandungen auf dem Nacken fliessen an den Seiten ineinander und bilden dort ein Netzmuster, das sich auch über den Kopf und die Kehle erstreckt. Die Gliedmassen sind dunkelbraun mit cremefarbenen oder gelben Tupfen. Die Färbung der Unterseite ist weisslich. Bei Jungtieren ist die Rückenzeichnung sehr intensiv, wird aber mit zunehmendem Alter kontrastärmer. Ein Temporalstreifen ist nicht vorhanden. Die Kopfschuppen sind klein, glatt und unregelmässig. Das Nasenloch steht seitlich, es ist etwa zweimal so weit vom Auge entfernt als zur Schnauzenspitze. 240-290 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordent. Der Schwanz ist, ausser an der Basis, stark seitlich zusammengepresst mit einem deutlich sichtbaren Doppelkiel auf der hinteren Hälfte. Die Länge beträgt etwa 1,3 mal die KRL. Die Schwanzschuppen sind nicht gekielt. Da die Schuppen der Schwanzunterseite grösser sind als die der Oberseite, sind sie in unregelmässigen Ringen angeordnet. Die Durchschnittsgesamtlänge (GL) beträgt 160 cm, aber Tiere mit mehr als 200 cm GL wurden schon gefunden.

Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernDie Verbreitung von Varanus giganteus erstreckt sich von der Westküste zwischen Carnarvon und Port Headland durch das Zentrum bis nach Mt. Isa im Osten. Im Norden reicht seine Verbreitung von Tennant Creek bis nach Coober Pedy im Süden. Der Perentie ist ein ausgezeichneter Kletterer in felsigem Gelände, man trifft ihn aber auch in Dünengebieten. Seine Heimat aber sind die Rocky Outcrops, mittelgrosse bis grosse Anhäufungen von Felsbrocken, wo er sich in den Zwischenräumen Verstecke suchen oder selber Höhlen graben kann (MERTENS 1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992). Das Futter besteht in der Hauptsache aus grösseren Wirbeltieren, wie Kaninchen oder anderen Reptilien, aber auch grosse Insekten werden gefressen. Gelegentlich steht auch Aas auf dem Speiseplan von V. giganteus (LOSOS & GREENE 1988).
Pflege und Zucht
Da die Grösse des Tieres meist den Rahmen der privaten Tierhaltung sprengt, wird sich die Haltung dieses Warans nur in einem Zoo oder Reptilienpark realisieren lassen. Die Art legt in der Natur sehr weite Wege zum Beuteerwerb zurück. Sie benötigen also ein sehr grosses Terrarium für Bodenbewohner. Als Bodengrund verwenden wir Sand. Als Verstecke bieten wir Steinbrocken, die aber gut miteinander verbunden sein müssen, um zu verhindern, dass die Warane bei ihren Grabaktivitäten erdrückt werden könnten.
Die Zucht ist schon mehrfach beschrieben worden, aber alle bisherigen Erfolge ereigneten sich in Australien. Dort werden die Tiere in grossen Freilandterrarien gepflegt. Sie sind somit dem natürlichen Jahreszeitenrhythmus ausgesetzt, und können so ihre natürlichen Verhaltensweisen besser synchronisieren. Unter diesen Umständen ist eine erfolgreiche Nachzucht nicht gar so problematisch. Im Terrarium ist bisher noch keine Nachzucht dieses Warans bekannt geworden.
Bei den veröffentlichten Nachzuchten von V. giganteus in Australien von BREDL (1987) und BREDL& HORN (1987) wurden die Eier bei Temperaturen zwischen 30 und 32°C gezeitigt. Nach einer Inkubationszeit von 228-235 Tagen schlüpften die Jungtiere. Sie sind aussergewöhnlich intensiv gezeichnet, haben eine Gesamtlänge von durchschnittlich 37,5 cm und ein Gewicht von 40 g. Die Aufzucht war problemlos.
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