Artenteil
Varanus exanthematicus (BOSC 1792) (Steppenwaran)
Der Steppenwaran gehört zur Untergattung Polydaedalus. Die Tiere können eine GL bis 150 cm erreichen. 81 - 103 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Das Nasenloch ist oval und steht etwa in der Mitte zwischen Auge und Schnauzenspitze. Die Rückenzeicnung ist einfarbig grau bis fahlgelb. Grosse helle, dunkel umrandete Flecken sind symetrisch angeordnet über dem Rücken verteilt. Der Schwanz ist seitlich zusammengedrückt. Die Zeichnung ist einfarbig oder zeigt eine undeutliche schmale Bänderung. Er ist etwa 1,5 mal so lang wie die KRL.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernVaranus exanthematicus bewohnt in einem schmalen Streifen die sandig-lehmigen Grassteppen und offenen Wälder südlich der Sahara. Nachgewiesen wurde diese Art in Benin, Burkina Faso, Kamerun, Zentral Afrikanische Republik, Tschad, Kongo, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Elfenbeinküste, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Sudan, Togo und Zaire. Dort kommt V. exanthematicus sympatrisch mit V. niloticus vor. Er ist häufig in der Nähe von permanenten Wasserläufen zu finden, kann aber auch in Gebieten angetroffen werden, wo Oberflächenwasser nicht immer erreichbar ist (MERTENS 1942d, LUXMOORE et al. 1988, RÖDER & HORN 1994, BENNETT 2000a, b, c). Aus Regenwaldgebieten sind bisher keine Tiere bekannt geworden.
V. exanthematicus hat keine Vorliebe für eine bestimmte Art von Unterschlupf. Wenn Bäume vorhanden sind, werden Baumhöhlen genauso angenommen wie Bodenhöhlen. Steppenwarane sind auch schon in Termitenbauten gefunden worden.
Als Nahrung werden hauptsächlich Gliederfüsser und Schnecken verzehrt. Schnecken, Hundertfüsser, Käfer und deren Larven, Skorpione, Amphibien und Agameneier, wurden bei Mageninhaltsuntersuchungen nachgewiesen (BENNETT 2000a, CISSÉ 1972).
Pflege und Zucht
Die Zucht von Varanus exanthematicus im Terrarium ist schon mehrfach gelungen (BAYLESS & REYNOLDS 1992, RHEINSHAGEN 1993, BAYLESS 1994, RÖDER & HORN 1994).
Der Paarung geht eine Balz voraus, die von ruckartigen Kopfbewegungen des Männchens und Bissen in die Vorderextremitäten des Weibchens gekennzeichnet ist. Etwa vier Wochen nach der Paarung werden die mit 16 - 53 Eiern recht grossen Gelege abgelegt. Bei einer Inkubationstemperatur zwischen 29 und 30°C schlüpfen die Jungtiere nach 152 - 184 Tagen. Sie messen dann etwa 70 mm KRL bei einer GL von 130 mm und wiegen durchschnittlich 20 g. RHEINSHAGEN (1993) berichtet, dass die Nachzuchttiere nach sechs Wochen nestjunge Mäuse zu sich nehmen. Die jungen Warane wuchsen rasch heran und erreichten nach einem Jahr eine Gesamtlänge von 40-50 cm (Männchen) bzw. 25-30 cm (Weibchen).
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