 |
Varanus tristis
Purnululu Nat. P., WA |
 |
Varanus tristis
Alice Springs, NT |
Varanus
tristis gehört zur Untergattung Odatria. Die GL, die
erreicht werden kann, schwankt zwischen 60 und 80 cm. Tiere der Nominatform
können grösser werden als Tiere der Unterart V. t. orientalis.
Eine starke Ausbildung des Canthus rostralis ist beiden Unterarten
gemein. Da die beiden Unterarten, speziell in der Zeichnung, deutlich voneinander
abweichen, werde ich sie getrennt beschreiben.
V. t. tristis erreicht eine GL von 80 cm. Die Grundfarbe des Trauerwarans
ist, wie der Name schon sagt, schwarz. Auf dem Rücken können sich
mehr oder weniger deutliche gelborange Ozellen abzeichnen. Bei einigen Tieren
sind diese Ozellen zu einem unregelmässigen Netzmuster verschmolzen.
Der Schwanz ist drehrund und über die gesamte Länge dunkelbraun
bis schwarz. Seine Länge ist etwa 1,8 mal so lang ist wie die KRL.
V.
t. orientalis erreicht eine geringere GL von ca. 60 cm. Bei dieser
Unterart ist die Grundfärbung ein rötliches Braun, das auf dem
Rücken mit zahlreichen, unregelmässig verteilten hellen Ozellen
mit dunklem Zentralfleck überzogen wird. Der Kopf ist einfarbig rötlichbrau.
Ein gut sichtbarer Augenstrich zieht beidseits des Kopfes entlang des Canthus
rostralis bis zum Hals. Gliedmassen und Schwanz sind in der ersten Hälfte
rotbraun gefärbt mit vereinzelten kleinen cremefarbenen Punkten, der
letzte Teil ist einfarbig dunkelbraun bis schwarz. Die Unterseite ist weisslich.
Die Kopfschuppen sind klein und glatt. Die Supraocularia sind winzig und
scharf unterschieden von den grösseren Intraocularia. Das Nasenloch
steht seitlich und liegt ein wenig näher zur Schnauzenspitze als zum
Auge. 105 - 155 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet.
Der Schwanz ist mehr oder weniger rund im Querschnitt ohne einen Mittelkiel
und etwa 1,5 bis 2,3 mal so lang wie KRL.
 |
|
|
Varanus tristis orientalis
Ditmer, Qld |
Varanus tristis tristis
Bourke, NSW |
Varanus tristis orientalis
Eidsvold, Qld |
|
Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise |

Die
Verbreitung von Varanus tristis erstreckt sich auf fast ganz Australien,
einzig der äusserste Süden und Südosten zählen nicht
zum Verbreitungsgebiet. Die Nominatform bewohnt den südwestlichen und
zentralen Teil, während V. t. orientalis den nördlichen
und östlichen Teil des Verbreitungsgebietes bewohnt (MERTENS 1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al.
1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992,
EHMANN 1992). Überschneidungen der Verbreitungsgebiete
sind möglich: In diesen Gebieten ist der Übergang der Unterarten
fliessend. Es können dort auch Mischlinge auftreten (CHRISTIAN 1981).
In der Natur ernähren sich beide Unterarten hauptsächlich von
Insekten und kleinen Echsen (LOSOS & GREENE 1988), PIANKA (1970c) beobachtete ein erwachsenes
Tier, das sich auf einem Baum einem Kakadunest näherte, um dort die
Eier, bzw. die Jungtiere zu fressen.
Von beiden Unterarten wird gesagt, dass sie Baumwarane seien. Eigene Beobachtungen
im Biotop können das nicht vollständig bestätigen, die Behauptung
aber auch nicht gänzlich widerlegen. Ich konnte beide Unterarten in
unterschiedlichstem Gelände beobachten, so sah ich Tiere in Ebenen
ohne Baumbestand zwischen Spinifex-Büschen, einige Exemplare bewohnten
Höhlen zwischen Felsquadern und andere verschwanden in Bodenlöchern.
Aber auch auf Bäumen konnte ich beide Unterarten beobachten.
|
Pflege
und Zucht |
Die
Pflege von Varanus tristis mit seinen beiden Unterarten im Terrarium
bereitet keine grossen Probleme. Die Ansprüche an das Terrarium sind
nicht sehr speziell, wie bei Freilandbeobachtungen festzustellen war (s.o.).
Wir können sowohl Terrarien für Bodenbewohner als auch für
Baumbewohner verwenden. Um den Tieren mehr Aktionsflächen anbieten
zu können, gestalten wir die Rück- und Seitenwände des Terrariums
entweder terrassenförmig mit Styropor und Epoxyd-Harz oder mit robusten
Korkplatten. Als Bodengrund nehmen wir Sand, einige Wurzeln oder dicke Äste
vervollständigen die Einrichtung. Eine Wasserschale, die immer sauberes
Wasser enthalten sollte, darf auf keinen Fall fehlen.
Nachzuchten bis in die Generation F2 von Varanus tristis orientalis sind
in den letzten Jahren im Terrarium schon mehrfach gelungen. Ungefähr
sechs Wochen nach einer erfolgreichen Paarung werden die 4-10 weichschaligen
Eier abgelegt. Nach einer Inkubationszeit von 110 bis 130 Tagen in feuchtem
Vermiculite oder Perlite schlüpfen die Jungtiere. Die Temperatur im
Inkubator sollte zwischen 27 und 29°C liegen. Beim Schlupf haben die
kleinen Warane eine Gesamtlänge von 19 cm und ein Gewicht von 4,5 g
(EIDENMÜLLER 1989). Die Aufzucht kann gemeinsam
erfolgen, bisher wurden keine Aggressionen untereinander beobachtet. Als
Futter bieten wir den Waranen kleine Heimchen, Grillen, Wanderheuschrecken
und gelegentlich neugeborene Mäuse. Sie können bei entsprechender
Pflege schon nach 3 Jahren zur erneuten Fortpflanzung gebracht werden.
Über eine Nachzucht der Nominatform Varanus tristis tristis im Terrarium
ist bisher keine Veröffentlichung bekannt. BENNETT (1993) berichtet von einem Jungtier, das er unter der Rinde eines Baumen
in der Great Victoria Wüste in West-Australien entdeckt hatte. Das
Jungtier, das eindeutig zur schwarzen Untergattung V. t. tristis gehören musste, hatte auf dem Rücken eine cremefarbene Fleckenzeichnung.
Diese Zeichnung war fast identisch mit der Zeichnung junger V. t. orientalis.
Auch THOMPSON (pers. Mitt.) hat bei den Nachzuchten
von V. t. tristis beobachtet, dass die Zeichnung anfangs sehr stark
an V. t. orientalis erinnert, Nach einiger Zeit färben sich
die Jungtiere aber um und zeigen diei dunkle Zeichnung der Elterntiere. |