Odatria
Varanus tristis (SCHLEGEL 1839)
Trauerwaran, Fleckenwaran
 
Unterarten: V. t. tristis (SCHLEGEL 1839)
V. t. orientalis FRY 1913
tristis
Varanus tristis
Purnululu Nat. P., WA
tristis
Varanus tristis
Alice Springs, NT
Varanus tristis gehört zur Untergattung Odatria. Die GL, die erreicht werden kann, schwankt zwischen 60 und 80 cm. Tiere der Nominatform können grösser werden als Tiere der Unterart V. t. orientalis. Eine starke Ausbildung des Canthus rostralis ist beiden Unterarten gemein. Da die beiden Unterarten, speziell in der Zeichnung, deutlich voneinander abweichen, werde ich sie getrennt beschreiben.
V. t. tristis erreicht eine GL von 80 cm. Die Grundfarbe des Trauerwarans ist, wie der Name schon sagt, schwarz. Auf dem Rücken können sich mehr oder weniger deutliche gelborange Ozellen abzeichnen. Bei einigen Tieren sind diese Ozellen zu einem unregelmässigen Netzmuster verschmolzen. Der Schwanz ist drehrund und über die gesamte Länge dunkelbraun bis schwarz. Seine Länge ist etwa 1,8 mal so lang ist wie die KRL.

V. t. orientalis erreicht eine geringere GL von ca. 60 cm. Bei dieser Unterart ist die Grundfärbung ein rötliches Braun, das auf dem Rücken mit zahlreichen, unregelmässig verteilten hellen Ozellen mit dunklem Zentralfleck überzogen wird. Der Kopf ist einfarbig rötlichbrau. Ein gut sichtbarer Augenstrich zieht beidseits des Kopfes entlang des Canthus rostralis bis zum Hals. Gliedmassen und Schwanz sind in der ersten Hälfte rotbraun gefärbt mit vereinzelten kleinen cremefarbenen Punkten, der letzte Teil ist einfarbig dunkelbraun bis schwarz. Die Unterseite ist weisslich. Die Kopfschuppen sind klein und glatt. Die Supraocularia sind winzig und scharf unterschieden von den grösseren Intraocularia. Das Nasenloch steht seitlich und liegt ein wenig näher zur Schnauzenspitze als zum Auge. 105 - 155 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Der Schwanz ist mehr oder weniger rund im Querschnitt ohne einen Mittelkiel und etwa 1,5 bis 2,3 mal so lang wie KRL.

orientalis
tristis
tristis
Varanus tristis orientalis
Ditmer, Qld
Varanus tristis tristis
Bourke, NSW
Varanus tristis orientalis
Eidsvold, Qld



Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise

tristis

Die Verbreitung von Varanus tristis erstreckt sich auf fast ganz Australien, einzig der äusserste Süden und Südosten zählen nicht zum Verbreitungsgebiet. Die Nominatform bewohnt den südwestlichen und zentralen Teil, während V. t. orientalis den nördlichen und östlichen Teil des Verbreitungsgebietes bewohnt (MERTENS 1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992). Überschneidungen der Verbreitungsgebiete sind möglich: In diesen Gebieten ist der Übergang der Unterarten fliessend. Es können dort auch Mischlinge auftreten (CHRISTIAN 1981).
In der Natur ernähren sich beide Unterarten hauptsächlich von Insekten und kleinen Echsen (LOSOS & GREENE 1988), PIANKA (1970c) beobachtete ein erwachsenes Tier, das sich auf einem Baum einem Kakadunest näherte, um dort die Eier, bzw. die Jungtiere zu fressen.
Von beiden Unterarten wird gesagt, dass sie Baumwarane seien. Eigene Beobachtungen im Biotop können das nicht vollständig bestätigen, die Behauptung aber auch nicht gänzlich widerlegen. Ich konnte beide Unterarten in unterschiedlichstem Gelände beobachten, so sah ich Tiere in Ebenen ohne Baumbestand zwischen Spinifex-Büschen, einige Exemplare bewohnten Höhlen zwischen Felsquadern und andere verschwanden in Bodenlöchern. Aber auch auf Bäumen konnte ich beide Unterarten beobachten.


Pflege und Zucht
Die Pflege von Varanus tristis mit seinen beiden Unterarten im Terrarium bereitet keine grossen Probleme. Die Ansprüche an das Terrarium sind nicht sehr speziell, wie bei Freilandbeobachtungen festzustellen war (s.o.). Wir können sowohl Terrarien für Bodenbewohner als auch für Baumbewohner verwenden. Um den Tieren mehr Aktionsflächen anbieten zu können, gestalten wir die Rück- und Seitenwände des Terrariums entweder terrassenförmig mit Styropor und Epoxyd-Harz oder mit robusten Korkplatten. Als Bodengrund nehmen wir Sand, einige Wurzeln oder dicke Äste vervollständigen die Einrichtung. Eine Wasserschale, die immer sauberes Wasser enthalten sollte, darf auf keinen Fall fehlen.
Nachzuchten bis in die Generation F2 von Varanus tristis orientalis sind in den letzten Jahren im Terrarium schon mehrfach gelungen. Ungefähr sechs Wochen nach einer erfolgreichen Paarung werden die 4-10 weichschaligen Eier abgelegt. Nach einer Inkubationszeit von 110 bis 130 Tagen in feuchtem Vermiculite oder Perlite schlüpfen die Jungtiere. Die Temperatur im Inkubator sollte zwischen 27 und 29°C liegen. Beim Schlupf haben die kleinen Warane eine Gesamtlänge von 19 cm und ein Gewicht von 4,5 g (EIDENMÜLLER 1989). Die Aufzucht kann gemeinsam erfolgen, bisher wurden keine Aggressionen untereinander beobachtet. Als Futter bieten wir den Waranen kleine Heimchen, Grillen, Wanderheuschrecken und gelegentlich neugeborene Mäuse. Sie können bei entsprechender Pflege schon nach 3 Jahren zur erneuten Fortpflanzung gebracht werden.
Über eine Nachzucht der Nominatform Varanus tristis tristis im Terrarium ist bisher keine Veröffentlichung bekannt. BENNETT (1993) berichtet von einem Jungtier, das er unter der Rinde eines Baumen in der Great Victoria Wüste in West-Australien entdeckt hatte. Das Jungtier, das eindeutig zur schwarzen Untergattung V. t. tristis gehören musste, hatte auf dem Rücken eine cremefarbene Fleckenzeichnung. Diese Zeichnung war fast identisch mit der Zeichnung junger V. t. orientalis. Auch THOMPSON (pers. Mitt.) hat bei den Nachzuchten von V. t. tristis beobachtet, dass die Zeichnung anfangs sehr stark an V. t. orientalis erinnert, Nach einiger Zeit färben sich die Jungtiere aber um und zeigen diei dunkle Zeichnung der Elterntiere.
   
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