Artenteil
Varanus timorensis (GRAY 1831) (Timorwaran)
Varanus timorensis gehört zur Untergattung Odatria. MERTENS (1942d) stellte mehrere Unterarten dieses Warans auf. So wurden die heutigen V. similis, V. scalaris, V. glauerti, V. tristis tristis und V. tristis orientalis in seiner Monographie alle als Unterarten des Timor-Warans beschrieben. Der gleiche Autor hat 1958 in seiner Arbeit über die Warane Australiens zuerst die neue Art V. tristis aufgestellt und in ihr die beiden Unterarten V. t. tristis und V. t. orientalis vereinigt. V. glauerti wurde von ihm in Artstatus erhoben. STORR (1980) erhob V. scalaris in Artstatus, die australischen Vertreter von V. t. similis wurden von ihm in die Synonymie von V. scalaris eingereiht. Somit blieb aus der ehemals grossen Gruppe des Timorwaran-Komplexes nur noch eine Art, Varanus timorensis, übrig. Tiere dieser Art erreichen eine GL von 65 cm. Die Zeichnung besteht aus vereinzelten gelben bis weissen Flecken, die unregelmässig über den dunkelgrau gefärbten Körper verteilt sind. Der Schwanz ist drehrund und erreicht etwa 1,6 mal die KRL. Seine Zeichnung besteht aus mehr oder weniger deutlich sichtbaren Bändern, die zum Schwanzende hin in ein einfarbiges Dunkelgrau, fast Schwarz, übergehen.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernDie Verbreitung von Varanus timorensis beschränkt sich auf einige indonesische Inseln. Das Hauptverbreitungsgebiet bildet die Insel Timor, aber auch auf den Inseln Sawu und Roti sind diese Warane anzutreffen. SPRACKLAND (1999) beschrieb die Tiere von der Insel Roti als neue Art (V. auffenbergi).
SCHMUTZ & HORN (1985) haben ausgezeichnete Freilandbeobachtungen zum Timor Waran im natürlichen Lebensraum veröffentlicht. Man kann daraus ersehen, dass V. timorensis ein weites Spektrum an Biotopen bewohnt. Das hängt sicher mit der weitflächigen Zerstörung der Lebensräume zusammen, Der ehemals vorhandene natürliche Baumbestand wurde durch Rodung stark reduziert und die Warane, die früher Baumbewohner waren, haben sich den neuen Gegebenheiten anpassen müssen. Sie bewohnen heute Natursteinmauern genauso, wie sie auch auf Palmen anzutreffen sind.
Pflege und Zucht
Die Haltung des Timor-Warans ist schon sehr häufig beschrieben worden. Vor einigen Jahren kamen noch grosse Stückzahlen dieses Warans in den Handel. Das hat dazu geführt, dass V. timorensis als Einsteigerwaran gehandelt wurde. Das hat dieser Art keinen grossen Dienst erwiesen. Da Tiere dieser Art auch nach längerer Pflege im Terrarium ihre Scheu nur selten ablegen, ist das Interesse an der Pflege sehr schnell verloren gegangen.
Um den Tieren eine einigermassen artgerechte Unterbringung zu geben, bieten wir ihnen ein Terrarium für Baumbewohner. Rück- und Seitenwände statten wir mit robusten Korkplatten aus, an denen die Tiere klettern können. Um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten, benutzen wir feuchtes Rindenmulch als Bodensubstrat. Ein ausreichend grosses Wasserbecken, in dem die Tiere baden können, sollte genausowenig fehlen wie hohle Äste oder Korkröhren mit kleinem Querschnitt. V. timorensis halten sich bevorzugt in diesen engen Röhren auf. Leider verlieren diese Warane ihre angeborene Scheu auch nach längerer Pflege nicht. Ich pflege meine Gruppe Timor-Warane (1 Männchen und 2 Weibchen) seit 1978. Sie flüchten aber immer noch in ihre Röhren, sobald jemand das Zimmer betritt, in dem ihr Terrarium steht.
Die Nachzucht im Terrarium von Varanus timorensis ist schon häufig gelungen (ANONYMUS 1981, BEHRMANN 1981, EIDENMÜLLER 1986). Auch das Paarungsverhalten wurde schon in allen Einzelheiten beschrieben (MOEHN 1984). BEHRMANN (1981) berichtet in seinem Artikel von einem Paar, das ein Gelege mit 7 Eiern absetzte. Die Inkubation erfolgte in feuchten Sphagnum (Torfmoos) bei einer Temperatur zwischen 30 und 34°C. Nach 93 - 100 Tagen schlüpften 2 Jungtiere, deren GL 15 cm betrug.
Bei EIDENMÜLLER (1986) legte ein Weibchen 11 Eier, von denen 4 befruchtet waren. Nach einer Inkubationszeit zwischen 118 und 125 Tagen schlüpften die Jungwarane. Ihre GL betrug beim Schlupf im Durchschnitt 19,6 cm und das Durchschnittsgewicht betrug 5,6 g. Timor-Waranweibchen legen gewöhnlich zwischen 4 und 12 weichschaligen Eier ab. Gelegentlich bewacht das Weibchen das Gelege über mehrere Wochen. Wenn man die Eier entfernt, somit das Nest zerstört hat, ist sie trotzdem immer wieder damit beschäftigt, den Nisthügel zu erneuern. Andere Tiere, die sonst geduldet werden, werden dann umgehend angegriffen, sobald sie sich dem Gelegehügel nähern. Nach etwa acht Wochen lässt dieses Verhalten nach.
Die gemeinsame Aufzucht der Jungwarane bereitet keine Probleme. Gefüttert werden sie mit Heimchen, Grillen, Schaben und Heuschrecken. Gelegentlich nehmen Timorwarane auch kleine Fische zu sich, die sie aus der Wasserschüssel fangen. Man darf nicht vergessen die Futterinsekten mit einem Vitamin-Mineral-Gemisch zu bestäuben. Mit dieser Fütterung wachsen die Tiere komplikationslos und erreichen die Geschlechtsreife nach drei Jahren.
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