| Artenteil |
| Varanus
storri MERTENS 1966 (Storr’s Zwergwaran) |
| Unterarten: |
V.
s. storri MERTENS 1966
V. s. ocreatus STORR 1980
|
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Varanus
s. storri
von Carters Towers, Qld. |
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Varanus
s. ocreatus
von Lake Argyle, WA |
Varanus
storri ist mit seinen 35 cm Gesamtlänge einer der kleinsten Vertreter
der Warane. Er gehört zur Untergattung Odatria. Ähnlich
in Grösse, Farbe und Zeichnung zu V. primordius, von dem er
sich dadurch unterscheidet, dass mehr als 70 Schuppen-reihen um die Körpermitte
angeordnet sind. Beide Unterarten von V. storri sehen ähnlich
aus, jedoch sind Unterschiede in der relativen Schwanzlänge feststellbar.
Bei V. s. storri beträgt die Schwanzlänge ungefähr
das 1,5 fache der KRL. Tiere der Unterart V. s. ocreatus zeigen
eine Schwanzlänge die ca. 1,9 mal so lang ist wie die KRL.
Die Schuppen auf der Oberseite des drehrunden Schwanzes sind stachelig ausgezogen,
ähnlich wie bei V. primordius oder V. brevicauda.
Die Dornen erreichen aber nicht die Länge derer bei V. acanthurus.
Die Grundfärbung der Nominatform ist braun, die Grundfarbe von V.
s. ocreatus dagegen ist ein dunkles Rot. Der Rücken wird bei beiden
Unterarten von einem unregelmässigen schwarzen, mehr oder weniger deutlichen
Netzmuster durchzogen. |
| Verbreitung,
Lebensraum und Lebensweise |
Die
Verbreitung der Nominatform erstreckt sich auf den Norden Queenslands in
Australien. Als Terra Typica wird der Ort Charters Towers genannt. Für
die Unterart V. s. ocreatus ist die Terra Typica leider schon nicht
mehr zugänglich, denn sie liegt auf dem Grunde des heutigen Lake Argyle
im Nordosten von West-Australien. Auch im angrenzenden westlichen Northern
Territory ist diese Unterart verbreitet. Das Futter besteht grösstenteils
aus Insekten (LOSOS & GREENE
1988).
Die Verbreitungsgebiete der beiden Unterarten überlappen sich nicht.
Ob in dem Gebiet dazwischen die ökologische Nische eventuell von V.
primordius, der einen sehr ähnlichen Habitus hat, besetzt wird,
ist nicht nachzuvollziehen (MERTENS 1966, SWANSON
1976, SPRACKLAND 1980, STORR
1980, STORR et al. 1983b, WILSON
& KNOWLES 1988, HOSER 1989,
COGGER 1992, EHMANN 1992). Im
östlichen Verbreitungsgebiet wird V. s. storri sehr stark
durch die Aga-Kröte (Bufo marinus) bedroht, die in denselben
Biotopen anzutreffen sind wie dieser kleine Waran. Da beide Tierarten unter
flachen Steinen Unterschlupf suchen, ziehen die Warane immer den Kürzeren,
da sie in das Beuteschema von B. marinus passen. In einigen Gebieten
ist V. s. storri schon gänzlich verschwunden (eigene Beobachtungen). |
| Pflege
und Zucht |
Die
Haltung von Varanus storri im Terrarium ist leider mit einigen
Problemen verbunden. Die Tiere scheinen in der Natur ausserhalb der Paarungszeit
absolute Einzelgänger zu sein. Das spiegelt sich auch in ihrem Verhalten
im Terrarium wieder. Ich habe selten einen Waran gesehen, der so aggressiv
gegenüber Artgenossen ist wie diese Art. Die innerartliche Aggression
ist nicht nur gegen gleichgeschlechtliche Individuen gerichtet, auch unter
Geschlechtspartnern kommt es zu heftigen Beissereien, die häufig zu
Verletzungen führen. Man pflegt diese Waranart deshalb am einfachsten,
indem man jedes Tier in einem separaten Terrarium unterbringt und nur zur
Paarungszeit versucht, Paare zusammenzustellen. Wenn mehrere Tiere beiderlei
Geschlechts gepflegt werden, sollte man die Individuen untereinander mehrfach
austauschen, um so ein harmonisierendes Paar herauszufinden.
Die Ausführung des Terrariums ist so zu wählen, dass eine möglichst
grosse Grundfläche für die Tiere (bzw. das Tier) nutzbar ist.
Auch mit der geeigneten Rück- und Seitenwandgestaltung können
die Aktionsflächen erheblich vergrössert werden. In diesem Falle
gestaltet man die Flächen in Form von Terrassen und Überhängen.
Die Überhänge bieten den Tieren dann noch zusätzlichen Schutz.
Einige grössere Wurzeln und vielleicht einige Plastikpflanzen dienen
den Waranen als weitere Deckung. Gleichzeitig können sich zwei Tiere
so einfacher aus dem Weg gehen, eine Vergesellschaftung funktioniert dann
eventuell besser.
ERDFELDER (pers. Mitt.) hält Varanus storri
in kleinen Gruppen von 4 - 5 Tieren, wobei aber nur ein männliche Tier
integriert wird. Auch hier können Beissereien beobachtet werden. Besonders
problematisch sind dabei Verletzungen der Zehen, da durch Anschwellung die
Blutversorgung der Glieder unterbrochen werden kann und diese in der Folge
dann absterben können. Das behindert die Tiere nicht sehr, solange
nur einzelne Zehen betroffen sind. Fehlen mehrere Zehen, verlieren die Warane
ihre Fähigkeit zu klettern.
Die Nachzucht von Varanus storri im Terrarium ist schon mehrfach
gelungen. Einige Nachzuchten in der zweiten Tochtergeneration sind auch
schon bekannt geworden (BARTLETT 1981, 1982, EIDENMÜLLER
1994, EIDENMÜLLER & HORN
1985, FLUGI 1990).
Wie bereits im vorherigen Abschnitt beschrieben, ist es nicht einfach, ein
geeignetes Zuchtpaar zusammenzustellen. War es erfolgreich und konnten Paarungen
beobachtet werden, setzt man am besten das Männchen in ein anderes
Terrarium, um dem Weibchen weiteren Stress zu ersparen. Etwa 6 Wochen nach
den beobachteten Paarungen legt das Weibchen 2 - 5 weichschalige Eier ab.
Wir betten diese dann in vorbereitete Inkubationsschalen mit feuchtem Vermiculite
oder Perlite. Die Inkubation erfolgt bei einer Temperatur zwischen 27 und
29°C. Die Luftfeuchtigkeit in den Inkubationsschalen sollte immer um
die 90% betragen. Wasser darf aber niemals auf die Eier tropfen, da dadurch
die Luftversorgung des Embryos unterbrochen oder zumindest stark eingeschränkt
würde. Nach einer Inkubationsdauer von ca. 100 Tagen schlüpfen
die Jungtiere. Sie haben beim Schlupf eine Gesamtlänge von 12 cm und
wiegen 3,5 g. Die Aufzucht der kleinen Warane bereitet keine Probleme. Schon
kurz nach dem Schlupf sind die Warane aggressiv untereinander und, um Verluste
zu vermeiden, ist es deshalb ratsam, die Tiere einzeln setzen. In der Wahl
des Futters sind sie nicht sehr kompliziert, sie verzehren alles, was sie
überwältigen können. Kleine Heimchen, Grillen, Schaben und
Heuschrecken bilden den Hauptbestandteil der Nahrung. Gelegentlich können
wir auch Raupen der Wachsmotte füttern, dabei ist aber streng darauf
zu achten, dass nicht zu viel gefüttert wird, da diese Raupen einen
sehr hohen Fettgehalt besitzen. |
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