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Varanus
scalaris gehört zur Untergattung Odatria. Mit einer Gesamtlänge
von 65 cm gehört er zu den kleineren Waranarten. In den letzten Jahren
wurde die Nomenklatur dieses Warans mehrfach geändert, MERTENS (1941, 1942b, 1942d) beschrieb sie noch als Unterart von V. timorensis,
gleichzeitig beschrieb er als weitere Unterart V. timorensis similis (MERTENS 1958). STORR (1980)
fasste für West-Australien beide Unterarten unter V. timorensis
scalaris zusammen. 1983 wird diese Unterart von STORR et al. (1983b) auf Artstatus angehoben. V. t. similis wird von
ihm nicht mehr als Unterart anerkannt und als Variation zur Art V. timorensis gestellt (STORR 1980). Auch WILSON & KNOWLES (1988) übernehmen den Artnamen scalaris für die gesamte Population auf dem australischen
Kontinent.
Bei seiner Untersuchung der Hemipenismorphologie stellt BRANCH (1982) grössere Unterschiede innerhalb der V. timorensis-Population
fest. Er belebte das Taxon V. similis wieder für die Tiere
aus dem Northern Territory, Queensland, die Torres Strassen Inseln und das
südliche Neu-Guinea. In seiner Checkliste greift BÖHME (1997) diese Arbeit auf und behält den Namen bei.
Grosse Variationen im Erscheinungsbild sind erkennbar. Tiere aus dem Nordosten
von West Australien und der Kimberley Region haben eine Zeichnung aus kleinen
hellen Ozellen auf grauem Untergrund. Die Ozellen haben gelegentlich einen
dunklen Zentralfleck, sind in mehreren Querreihen angeordnet oder bilden
ein Netzmuster. Gelegentlich ist eine zitronengelbe Kehle sichtbar. Das
Typusexemplar von MERTENS (1941) hat mehrer dunkle
Querbänder auf dem Rücken. Diese Variation scheint aber nur nördlich
von Broome verbreitet zu sein (eigene Beobachtungen).
Bei allen Tieren ist ein schwarzer Temporalstreifen sichtbar, der unten
von einem hellen Band begrenzt wird. Die Kopfschuppen sind klein und glatt.
Das Nasenloch befindet sich seitlich und ist nur unwesentlich näher
zur Schnauzenspitze gelegen als zum Auge. 95 - 135 Schuppenreihen sind um
die Körpermitte angeordnet. Der Schwanz ist mehr oder weniger rund
im Durchschnitt und seine Länge ist etwa 1,5 mal so lang wie die KRL.
Er ist in der ersten Hälfte gebändert, die zweite Hälfte
ist häufig einfarbig dunkelgrau.
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Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise |

Die
Verbreitung von Varanus scalaris erstreckt sich auf den tropischen
Norden Australiens von Broome im Westen bis ins angrenzende Northern Territory.
V. scalaris ist ein Baumbewohner, der sowohl in den regenwaldähnlichen
Gebieten der Kimberleys beheimatet ist, als auch die Sklerophyll-Trockenwälder
des angrenzenden Outback bewohnt. Zur Nahrungssuche verlässt V.
scalaris häufig die Bäume und sucht im Laub am Boden nach
Nahrung in Form von Insekten, Spinnen und eventuell auch kleinen Skinken
(SCHMIDA 1971). Nachts schlafen die Warane unter der
losen Rinde der Bäume (SCHMIDA 1971), auch gehen
sie dort gelegentlich auf Futtersuche. VALENTIC (1996)
beobachtete, dass V. scalaris hin und wieder in Baumhöhlen anzutreffen
sind, die gleichzeitig noch anderen Bewohnern (Geckos, Laubfröschen)
als Unterschlupf dienen. Kleinere Geckos fallen ihnen dann genauso zum Opfer
wie Spinnen, Schaben und andere Insekten (MERTENS 1942d, 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al.
1983b, HOSER 1989, COGGER 1992,
EHMANN 1992).
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Pflege
und Zucht |
Es
empfiehlt sich bei der Haltung von V. scalaris ein Terrarium für
Baumbewohner zu verwenden. Um den Tieren das Klettern zu ermöglichen,
sollte die Höhe des Terrariums grösser sein als die Grundfläche.
Da die Tiere aber in ihren Anforderungen nicht sehr wählerisch sind,
können auch Terrarien, die für Bodenbewohner konzipiert wurden,
Verwendung finden. Als Bodengrund kann man sowohl Sand als auch Rindenmulch
verwenden, da die Warane keine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen. Wenn
man allerdings Tiere aus den Regenwälder pflegt, muss man natürlich
versuchen, die Luftfeuchtigkeit höher zu halten, hier bietet sich Rindemulch
als Substrat an. Die Seitenwände und die Rückwand sollten, um
die Aktionsflächen zu vergrössern, entweder mit robusten Korkplatten
beklebt sein oder eine Geländegestaltung aus Styropor und Epoxyd-Harz
aufweisen. Einige hohle Äste und ein Wasserbecken, das gelegentlich
von den Tieren zum Baden aufgesucht wird, vervollständigen die Einrichtung.
Die
Zucht von V. scalaris in menschlicher Obhut ist schon gelungen
(RÜEGG 1973, 1974, CHIPPINDALE 1991, EIDENMÜLLER & WICKER 1991). In diesen Artikeln werden die Tiere zwar als V. t. similis beschrieben, da Vergleichstiere aus dem Norden Australiens phänotypisch
identisch aussehen wie diese Tiere, kann man davon ausgehen, dass es sich
bei den Waranen um Angehörige der Art V. scalaris handelt.
Im Gegensatz zu V. timorensis, die im Terrarium kaum ihre Scheu
ablegen, werden diese Warane nach einiger Zeit ruhiger. Man pflegt sie paarweise.
Paarungen finden in der für Warane typische Art statt (MOEHN 1984). Das Männchen verfolgt das Weibchen über einige Zeit, bis
dieses seinen Widerstand aufgibt. Ca. 6 Wochen nach erfolgreicher Kopulation
vergräbt das Weibchen die 4 - 12 weissen weichschaligen Eier. Um Verluste
zu vermeiden, entfernen wir die Eier sofort aus dem Terrarium und inkubieren
sie in feuchtem Vermiculite bei etwa 28°C. Nach 128 - 155 Tagen schlüpfen
die Jungtiere. Sie haben eine Gesamtlänge von 16,5 cm und wiegen 3,4
g. Die Aufzucht bereitet keine Probleme. Gefüttert werden die Jungwarane
mit Heimchen, kleinen Grillen und kleinen Schaben, die alle vor dem Verfüttern
mit einem Vitamin-Mineral Gemisch gepudert werden. |