| Artenteil |
| Varanus
pilbarensis STORR 1980 (Pilbara Felsenwaran) |
 Varanus
pilbarensis ist ein kleiner Vertreter der Felsenbewohner aus der Untergattung
Odatria. Die Färbung der Oberseite ist blass bis mässig
rötlichbraun, auf Kopf und Nacken sind dunkelrotbraune Flecken sichtbar,
die gelegentlich unregelmässige Querbänder auf dem Nacken bilden.
Der Rücken ist mit dunkelbraunen Flecken bedeckt, die jeweils einen
blassen Zentralfleck aufweisen. Sie sind als Querbänder angeordnet.
Die Gliedmassen sind auf ihrer Oberseite gepunktet. Der Schwanz ist unregelmässig
mit schmalen, dunkelrotbraunen und blassen Bändern überzogen.
Gelegentlich ist ein undeutlicher dunkler Temporalstreifen sichtbar. Die
Bauchseite ist weisslich mit zartgrauen Flecken oder unregelmässigen
Bändern gezeichnet. Die Kopfschuppen sind klein und glatt. Das Nasenloch
steht seitlich und ist nach oben gerichtet, es ist ungefähr in der
Mitte zwischen Schnauzenspitze und Auge gelegen. 110 - 135 Schuppenreihen
sind um die Körpermitte angeordnet. Der Schwanz ist mehr oder weniger
rund im Querschnitt, ein Kiel ist auf der Oberseite nicht sichtbar. Die
Länge beträgt etwa 1,7 bis 2,1 mal die KRL. Die Schwanzschuppen
auf den Seiten und der Oberseite sind leicht gekielt. Die GL beträgt
bis 50 cm. |
| Verbreitung,
Lebensraum und Lebensweise |
Die
Verbreitung von Varanus pilbarensis beschränkt sich auf die
Schluchten und Felsmassive der Pilbara im Nordwesten von West-Australien.
Dort bewohnt er die zerklüfteten Bereiche der Hamersley Range (STORR
1980, STORR et al. 1983b, WILSON
& KNOWLES 1988, HOSER 1989,
COGGER 1992, EHMANN 1992).
Das Futter besteht hauptsächlich aus Insekten und Spinnentieren, die
die Warane in den Felsspalten erbeuten (JAMES et al.
1992). |
| Pflege
und Zucht |
Da es sich um einen Felsenbewohner handelt, bieten wir den Tieren ein Terrarium,
bei dem die Rückwand und Seitenwände so gestaltet werden, dass
sie den Eindruck einer Felswand vermitteln. Die Gestaltung kann auch mit
Naturgestein erfolgen, wobei man darauf achten muss, dass die Steinaufbauten
nicht zusammenstürzen können. Als vorteilhafter, weil deutlich
leichter, hat sich aber die Gestaltung mit Styropor und Epoxyd-Harz, das
eingefärbt und im nassen Zustand mit Sand beworfen wird, erwiesen (EIDENMÜLLER
1989, 1992a, EIDENMÜLLER& WICKER
1991). Als Bodengrund gibt man auch hier Sand in den Behälter. Einige
Wurzeln oder Äste und eine Trinkschale vervollständigen die Einrichtung.
JAMES et al. (1992) stellten in einer Untersuchung
fest, dass freilebende V. pilbarensis in den Monaten Juli bis Dezember
vergrösserte Keimdrüsen hatten. Die Tiere hatten zu diesem Zeitpunkt
eine durchschnittliche KRL von 145 mm (Männchen), bzw. 120,5 mm (Weibchen).
Eine
erfolgreiche Nachzucht im Terrarium wurde von EIDENMÜLLER&
LANGNER (1998) beschrieben. Bis zu drei Gelegen können
während einer Fortpflanzungsperiode abgelegt werden. Die Gelegegrösse
liegt zwischen 3 und 6 Eiern, und die Zeit zwischen den Gelegen beträgt
im Durchschnitt 50 Tage. Die Jungtiere schlüpfen nach 99 bis 136 Tagen
und haben bei der Geburt eine durchschnittliche KRL von 54 mm bei einer
GL von 140 mm und einer Durchschnittsmasse von 2,6 g.
Als Futter bieten wir anfangs kleinste Grillen und Heimchen, die immer mit
einem Vitamin-Mineral Gemisch gepudert werden. Als vorteilhaft hat sich
erwiesen, immer eine grössere Menge an Futtertieren im Aufzuchtbehälter
zu belassen, da die Jungwarane sehr scheu sind und nur unbeobachtet Futter
aufnehmen. Bei guter Fütterung können die Nachzuchttiere ihre
Geschlechtsreife schon nach 15 Monaten erreichen. |
zurück |