Artenteil
Varanus mitchelli MERTENS 1958 (Mitchell's Waran)
from Pine Creek, NTVaranus mitchelli wurde früher zur Untergattung Varanus gestellt, da er einen lateral abgeplatteten Schwanz hat. BÖHME (1988, 1993) ordnet ihn aufgrund genitalmorphologischer Befunde der Untergattung Odatria zu. Auch der am Ansatz drehrunde Schwanz ist ein weiterer Grund zur Eingliederung in diese Untergattung.
Die Färbung von V. mitchelli ist dunkelbraun bis blauschwarz oder schwärzlich auf der Oberseite. Der Kopf ist mit cremefarbenen oder gelben Flecken gesprenkelt, der Körper mit unzähligen gelblichen Flecken, Punkten oder kleinen Ozellen, die einen schwarzen Zentralfleck haben, überzogen. Ein gelblicher Temporalstreifen ist nur undeutlich sichtbar, dagegen sind die Kehle und die Seiten des Halses zitronengelb mit schwarzen Punkten oder Flecken. Schwarze Balken sind auf dem Unterkiefer sichtbar. Die Unterkante des Auges ist leuchtend gelb. Die Gliedmassen sind auf der Oberseite schwarz und haben gelbe Flecken. Die Färbung des Schwanzes ist schwarz mit unzähligen kleinen gelben oder cremefarbenen Flecken. Die Bauchseite ist cremefarben mit einem grünlichen Anflug. Die Kopfschuppen sind einigermassen glatt. Das Nasenloch zeigt seitlich nach oben auf der Schnauze, es ist etwas näher zur Schnauzenspitze als zum Auge gelegen. 90 - 130 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Der Schwanz ist am hinteren Ende stark zusammengepresst, an der Basis drehrund (s.o.). Ein deutlich sichtbarer Doppelkiel ist auf der Oberseite der zweiten Hälfte des Schwanzes ausgebildet. Die Schwanzschuppen sind in regelmässigen Ringen angeordnet, gelegentlich sind sie an den Seiten unvollständig. Der Schwanz ist 1,7 bis 2,2 mal so lang wie die KRL. Die GL beträgt bis 60 cm.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernDie Verbreitung von V. mitchelli erstreckt sich auf den tropischen Norden Australiens von Derby im Westen bis nach Borroloola im Osten (MERTENS 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992). Varanus mitchelli wurde immer als kleiner Vertreter der Wasserwarane angesehen, aber in seinem Habitat hat er eher die Stellung eines Baumbewohners inne (BEDFORD pers. Mitt.), der häufig in der Nähe von Wasser angetroffen werden kann. Er ist aber nicht im selben Masse auf das Wasser angewiesen, wie z.B. V. mertensi. Bei Mageninhaltsuntersuchungen wurden Spinnen, Grillen, Käfer, Fische, Crustacaeen, Frösche, Skinke und Mäuse nachgewiesen (SHINE 1986).
Pflege und Zucht
Bisher ist noch kein Haltungsbericht über V. mitchelli ausserhalb Australiens veröffentlicht worden. PETERS (1971) beschreibt die Haltung eines Tieres in einem Terrarium des Taronga Zoos in Sydney, Australien. Das Terrarium war mit einem Wasserbecken und mehreren Ästen ausgestattet. Hier pflegte er das Tier zusammen mit einem Varanus semiremex. Zuerst funktionierte die Vergesellschaftung problemlos. Als aber ein zweiter V. mitchelli dazugesetzt wurde, jagten diese beiden den Rostkopfwaran. Erst als er aus dem Terrarium entfernt wurde, trat wieder Ruhe ein.
Im Zoo von Perth (West-Australien) gelang die Nachzucht von V. mitchelli (BROWNE-COOPER pers. Mitt.). Leider sind bisher noch keine Daten dazu veröffentlicht worden.
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