Odatria

Varanus glebopalma MITCHELL 1955
Langschwänziger Felsenwaran

 

from Adelaide River, NTVaranus glebopalma gehört zur Untergattung Odatria. Der Rücken zeigt eine schwarze Grundfärbung mit einigen beigen Schuppen, die ein Netzmuster an den Seiten, oder kleine Ozellen mit schwarzem Zentralfleck in der Mitte des Rückens bilden. Die Oberseiten des Kopfes und der Gliedmassen sind schwarz mit kleinen cremefarbenen oder beigen Flecken, die zusammenfliessen. Sie bilden grössere Flecken auf den Gliedmassen. Die vordere Hälfte des Schwanzes ist meistens schwarz auf der Oberseite, die zweite Hälfte ist cremig gelb. Die Kehle ist weiss mit einem hellrosa-beigen Netzmuster, das sich bis auf deren Seiten ausdehnt. Auf den Lippen des Unterkiefers geht dieses Muster in dunkle Streifen über. Brust und Bauch sind weiss mit undeutlichen dunklen Querstreifen. Die Unterseiten des Schwanzes und der Gliedmassen sind cremig gelb. Auf den Fusssohlen sind runde, glänzende, dunkelbraune Schuppen ausgebildet. Diese Polster helfen vermutlich den Waranen bei ihren Streifzügen durch die Felsen, indem sie die Haftung erhöhen. Ähnliche, aber nicht so ausgeprägte Schuppen, finden wir bei den Vertretern der prasinus-Gruppe. Auch dort dienen sie der besseren Haftung, wenn sich die Tiere über Äste bewegen. Die Kopfschuppen sind klein, unregelmässig und glatt. Das Nasenloch ist seitenständig, sehr viel näher zur Schnauzenspitze gelegen als zum Auge. 130 - 170 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Der Schwanz ist mehr oder weniger rund im Querschnitt, ohne Anzeichen eines Kiels auf der Oberseite. Am letzten Ende ist er etwas zusammengedrückt. Er ist mehr als doppelt so lang wie KRL. Die Schwanzschuppen sind glatt oder tragen kleine Kiele. Die GL beträgt bis 100 cm.
Der englische Name von V. glebopalma („Twilight Monitor“) bedeutet übersetzt Dämmerungs-Waran. Dies deutet auf eine weitere Besonderheit dieses Warans hin. Er geht, im Gegensatz zu anderen Waranen, häufig während der Abenddämmerung auf Nahrungssuche. Obwohl die Tiere sehr scheu sind, kann man sie aber auch gelegentlich während des Tages beobachten. HUSBAND (pers. Mitt.) beobachtete am Ubirri Rock im Kakadu National Park ein Tier, das sich nach Einbruch der Dämmerung noch auf Futtersuch befand.


Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise

glebopalma

glebopalmaDie Verbreitung dieser Waranart erstreckt sich auf den Norden Australiens von den Kimberleys im Westen bis nach Mt. Isa im Osten. Die Tiere sind an das Vorhandensein von Felsen gebunden. Durch die Besonderheit ihrer Fusssohlen können sie sich ausgezeichnet zwischen den Felsbrocken bewegen. Sie sind damit in der Lage, senkrechte Felswände zu erklimmen (MERTENS 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992).
Als Futter bevorzugt V. glebopalma in der Natur Insekten, Echsen und andere kleine Wirbeltiere (LOSOS & GREENE 1988). VALENTIC (1994) beobachtete während der Dämmerung einen mittelgrossen V. glebopalma, der eine Agame (Lophognatus gilberti) jagte, fing und anschliessend verspeiste.

 


Pflege und Zucht
Über die Haltung im Terrarium ist bisher nicht sehr viel bekannt geworden. HORN & SCHÜRER (1978) berichten über ihre Erfahrungen mit mehreren Tieren. Sie geben darin eine Beschreibung der Grösse und der Einrichtung des Behälters, in dem sie diese Warane gepflegt haben. Auch die individuellen Eigenheiten der Warane bei der Auswahl der Futtertiere werden von ihnen erwähnt. So frass ein Tier nur kleine Mäuse und Geckos aber keine Heuschrecken. Das zweite Tier frass längere Zeit nur Geckos und gelegentlich Heimchen, niemals aber Zweifleckgrillen. Auch Kannibalismus konnten die Autoren bei dieser Art im Terrarium beobachten.
Meiner Meinung nach sollte das Terrarium für V. glebopalma von den Grundmassen so angelegt werden wie bei HORN & SCHÜRER (1978) beschrieben, aber die Höhe würde ich grösser wählen, um den Tieren mehr Möglichkeiten zum Klettern zu bieten.
Die Nachzucht wurde bisher noch nicht beschrieben.
   
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