Artenteil
Varanus glauerti MERTENS 1957 (Glauert’s Waran)
Varanus glauerti gehört zu den mittelgrossen Vertretern der Untergattung Odatria. Er ist ein Felsenbewohner. V. glauerti wurde von MERTENS (1957) als Unterart von V. timorensis beschrieben, später, 1958, aber von ihm in Artstatus erhoben, da grosse Unterschiede in der Beschuppung zu V. timorensis festgestellt wurden.
Kopf, Körper und Gliedmassen zeigen eine schwärzliche oder dunkelbraune Färbung, der Körper ist mit undeutlichen Querreihen grosser, heller Flecken bedeckt, die Hinterbeine sind mit Querreihen kleiner Punkte gezeichnet. Ein deutlich sichtbarer, streng abgesetzter Temporalstreifen ist auf der Seite des Kopfes sichtbar. Der Schwanz ist mit abwechselnden hellen und dunklen Querbinden versehen. Bauch und Kehle sind weisslich. Die Kopfschuppen sind klein, unregelmässig und glatt. Das Nasenloch steht seitlich, es befindet sich etwas näher zur Schnauzenspitze als zum Auge. 120 - 160 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Der Schwanz ist mehr oder weniger rund im Querschnitt, ohne Anzeichen eines Kiels auf der Oberseite. Er ist ungefähr doppelt so lang wie KRL. Die Schuppen sind an der Schwanzbasis glatt, zum Schwanzende gering gekielt. Die GL beträgt bis 80 cm.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernDie Verbreitung von V. glauerti erstreckt sich auf den äussersten Norden Australiens. Zwei nicht zusammenhängende Verbreitungsgebiete sind bekannt (s.o.). In den Kimberleys findet man diesen Waran auf grossen Felsbrocken, in deren Spalten er bei Gefahr verschwindet (MERTENS 1958, KEAST 1959, WORRELL 1966, BUSTARD 1968, SWANSON 1976, STORR 1980, STORR et al. 1983b, WILSON & KNOWLES 1988, HOSER 1989, COGGER 1992, EHMANN 1992). Eine zweite Population lebt im Kakadu National Park, Northern Territory. Dort sind die Warane hauptsächlich an Bäumen anzutreffen (BEDFORD, pers. Mitt.). Das Futter besteht aus Insekten, Spinnen, Geckos und Skinken, die sie bei ihren Streifzügen durch die Felsspalten erbeuten (LOSOS & GREENE 1988).
ROKYLLE (1989) konnte V. glauerti in der Nähe von Fitzroy Crossing, einem kleinen Ort südlich der Kimberleys in West-Australien, beobachten. Dieser Fundort liegt ausserhalb des bisher beschriebenen Verbreitungsgebietes der westlichen Population.
Pflege und Zucht
Über eine Pflege in menschlicher Obhut ist bisher wenig bekannt. Ein Tier wurde mehrere Jahre im Zoo von Perth, West Australien, gepflegt. Leider wurde darüber nichts veröffentlicht, so dass man, falls man je in den Besitz dieser Tiere kommen sollte, auf die Erfahrungen bei der Haltung ähnlich lebender Warane angewiesen sein wird. Als Futter werden alle Arten von Insekten und Spinnentieren bevorzugt (JAMES et al. 1992).
Berichte über die erfolgreiche Nachzucht dieser Art sind bisher noch nicht veröffentlicht worden, obwohl in den letzten Jahren mehrfach Nachzuchterfolge sowohl in den USA als auch in Deutschland erziehlt wurden. Einzig eine Zusammenstellung über mehrere Gelege, Eizahl pro Gelege und Geschlechtsreife wurden von RETES & BENNETT 2001) beschrieben.
KING & GREEN (1993) beschreiben Jungtiere dieser Waranart als aussergewöhnlich farbenprächtig. Sie sollen eine intensive blaue Zeichnung aufweisen.
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