| Artenteil |
| Varanus
prasinus (SCHLEGEL 1839) (Smaragdwaran) |
| subspecies: |
V.
p. prasinus (SCHLEGEL 1839)
V. p. beccarii (DORIA 1874) |
 Varanus
prasinus mit seinen Unterarten ist ein Vertreter der Untergattung Euprepiosaurus.
Die Grundfarbe der Nominatform ist dunkeljade- bis limonengrün, bei
einigen Tieren sogar türkisgrün. Die Zwischenschuppenhaut ist
samtschwarz. Sie bildet 6 - 8 Querbänder über den Rücken.
Ein Temporalstreifen ist nicht vorhanden. Die Färbung der Unterseite
ist einfarbig grün, die Kehle ist gelblich, gelegentlich mit grauen
Querbändern gezeichnet.
V. p. beccarii hat eine schwarze Körperfarbe ohne sichtbare
Zeichnung.
Das Nasenloch befindet sich in der Mitte zwischen Schnauzenspitze und Auge.
Die Kopfschuppen sind gross, die Bauchschuppen fein gekielt. Auf den Sohlen
der Füsse sind schwarzen Schuppen angeordnet. 80-112 (84 bei V.
p. beccarii) Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet.
Der Schwanz ist im Querschnitt rund und greiffähig. Seine Länge
ist 2,0 - 2,7 mal so lang wie die KRL. Die GL beträgt bis 70 cm (V.
p. beccarii bis 85 cm). Die Nahrung besteht hauptsächlich aus
Insekten, z.B. Laubheuschrecken und Käfern, und gelegentlich auch aus
Eiern und Vogeljungen, die sie in Nestern erbeuten (SPRACKLAND
1982b, 1989a, 1992a, GREENE 1986, LOSOS
& GREENE 1988). |
| Verbreitung,
Lebensraum und Lebensweise |
Die
Verbreitung der Nominatform V. p. prasinus erstreckt sich auf
die gesamte Insel Neu-Guinea. Auch auf den Inseln, die nach dem Verschwinden
der ehemaligen Landbrücke zwischen Neu-Guinea und Australien noch
vorhanden sind, kommt V. p. prasinus vor. Das südlichste
Verbreitungsgebiet, wo diese Art nachgewiesen wurde, ist die Insel Moa
(WHITTIER & MOELLER 1993,
WILSON 1996).
Die Unterart V. p. beccarii ist auf der südwestlich vor
Neu-Guinea vorgelagerten Aru-Inselgruppe verbreitet.
Beide Unterarten bewohnen in ihrem Biotop die Kronenregion der noch vorhandenen
Urwaldriesen der Tieflandwälder bis zu einer Höhe von 500 m
über NN. In den Bergregionen fehlen sie (DEJONG
1927, MERTENS 1950, CZECHURA
1980, GREENE 1986, SPRACKLAND
1991b). Sie sind durch das Vorhandensein eines Greifschwanzes (s.o.),
der eine Besonderheit in der Familie der Warane darstellt, besonders gut
an dieses Biotop angepasst. Sie nutzen diese Möglichkeit des Verankerns
im Astwerk der Bäume, wenn sie auf Nahrungssuche gehen. Dieses Verhalten
kann man auch gelegentlich im Terrarium beobachten.
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| Pflege
und Zucht |
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Wir
bieten den Tieren ein Terrarium, das eine ausreichende Höhe aufweisen
muss. Ebenso ist es vorteilhaft, das Terrarium so zu gestalten, dass man
die Tiere trennen kann, sie sich aber bei Bedarf gegenseitig besuchen können.
Die Seitenwände und die Rückwand bekleben wir mit Korkplatten,
um den Tieren zu ermöglichen, diese vertikalen Flächen zu nutzen.
Gelegentlich schlafen die Tiere sogar an den Wänden hängend. Als
Bodengrund wählen wir Rindenmulch, den wir immer etwas feucht halten,
um die Luftfeuchtigkeit im Behälter anzuheben. Einige Äste bieten
den Tieren weitere Klettermöglichkeiten. Eine Naturstammnisthöhle
wird den Waranen als Unterschlupf und als Eiablagemöglichkeit angeboten.
Auch sie wird mit feuchtem Rindenmulch gefüllt.
Auch wenn man davon ausgeht, dass beide Unterarten im Regenwald beheimatet
sind, sollte man bei der Terrarienhaltung auf eine ausreichende Beleuchtung
nicht verzichten. In meinen Terrarien hat es sich bewährt, Quecksilberdampf-Lampen
zu installieren. Auf die Verwendung eines Wärmestrahlers kann ebenfalls
nicht verzichtet werden. Dieser sollte so auf einen Ast oder die Seitenwand
gerichtet sein, damit sich die Tiere darunter gut aufwärmen können,
ohne sich zu verbrennen. Von einem Elsteinstrahler rate ich wegen des hohen
Risikos von Verbrennungen ab.
Die Nachzucht dieser schönen Waranarten ist im Terrarium schon einige
Male geglückt. Der Bericht von CARLZEN (1982)
weicht in den Daten so stark von anderen Berichten und auch meinen Erfahrungen
ab, dass man diese Werte nur mit Vorsicht beachten sollte. Vermutlich sind
bei den Angaben von Temperatur und Inkubationsdauer Messfehler aufgetreten.
Ein sehr
ausführlicher Bericht über die Nachzucht von V. p. prasinus
wurde von DEDLMAR (1994) publiziert. Er pflegte seine
2,3 Adulttiere in zwei Gruppen, wobei er gelegentlich die beiden Männchen
austauschte. Das Weibchen deponierte die Eier in einem mit feuchtem Torf
gefüllten Nistkasten. Sie wurden anschliessend in feuchtem Vermiculite
inkubiert. Bei einer Temperatur zwischen 27 - 29°C schlüpften die
Jungen nach 185 - 190 Tagen. Sie hatten bei der Geburt eine Gesamtlänge
von 22 cm und wogen 11 g. Die Aufzucht erfolgte komplikationslos gemeinsam
in einem Terrarium. Als Nahrung bot er den Jungtieren Wachsmaden und Heimchen
an, die problemlos gefressen wurden.
BIEBL (1993) macht auch in ihrem Bericht einige Angaben
zur Zeitigung der Eier des Smaragdwarans. Sie pflegte ein Paar zusammen
in einem Terrarium. Im November 1991 legte das Weibchen 8 Eier ab. Bei einer
Inkubationstemperatur zwischen 26 und 30°C in feuchtem Torf-Sand-Gemisch
schlüpften drei Jungtiere nach 205, 206 und 215 Tagen. Die Warane hatten
beim Schlupf eine durchschnittliche GL von 135 mm.
Eigene Erfahrungen bei der Nachzucht dieser Waranart haben gezeigt, dass
die Jungtiere nach einer Inkubationszeit von 202 bis 206 Tagen schlüpften.
Die Inkubation erfolgte in Perlite bei einer Temperatur zwischen 27 und
29,5°C. Die Jungtiere hatten beim Schlupf eine KRL zwischen 80 und 87
mm bei eine GL zwischen 196 und 218 mm. Das Gewicht betrug beim Schlupf
zwischen 6,7 und 8,2 g. Als Futter wurde den Jungtieren kleine Grillen angeboten.
Nach einiger Zeit nahmen sie sogar kleine Rinderherz-Stückchen von
der Pinzette an. Jegliches Futter wurde vorm Verfüttern mit Korvimin
ZVT® bestäubt. Bei diesem Futter wachsen die Warane gut.
Auch von V. p. beccarii sind bisher schon einige Nachzuchtberichte
veröffentlicht worden. Die Haltung ist identisch wie bei V. p.
prasinus. Bewährt hat sich die Bereitstellung einer Nisthöhle
für Papageien, die mit feuchtem Rindenmulch gefüllt ist.
Die frisch abgelegten Eier messen etwa 60 mm in der Länge und etwa
20 mm im Querschnitt. Die Zeitigung erfolgt in Vermiculit oder Perlite.
Bei einer Inkubationstemperatur von 27 - 29°C schlüpfen die Jungtiere
nach etwa 170 Tagen. Im Gegensatz zu den Elterntieren sind sie nicht einheitlich
schwarz, sondern weisen auf dunklem Grund mehrere Querreihen grüner
Schuppen auf. Diese Zeichnung verliert sich aber nach einigen Wochen und
sie zeigen dann das lackschwarze Schuppenkleid der Adulttiere (EIDENMÜLLER
& WICKER 1992, EIDENMÜLLER
1996).
Wir pflegen die Jungtiere einzeln, um keine stressbedingten Ausfälle
beklagen zu müssen. Als Futter bieten wir kleine Grillen, Heimchen,
Heuschrecken und Schaben. Die Insekten werden vor dem Verfüttern immer
mit einem Vitamin-Mineral-Gemisch bestäubt (Korvimin ZVT®). |
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