Artenteil
Varanus melinus BÖHME & ZIEGLER 1997 (Quittenwaran)
Varanus melinus ist ein Vertreter der Untergattung Euprepiosaurus. Mit einer Gesamtlänge von bis zu 150 cm ist diese Waranart zu den mittelgrossen Vertretern zu rechnen. Die Tiere haben einen schlanken Habitus. Als einmalig ist die intensive gelbe Grundfarbe auf Kopf, Nacken, Körper, Beinen und Schwanz anzusehen (BÖHME & ZIEGLER 1997). Mehr oder weniger stark entwickelte dunkle Flecken ziehen sich über den Rücken bis auf den Schwanz. Auf dem Schwanz sind abwechselnd gelbe und schwarze Ringe angeordnet. Nur 124 – 133 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Die Farbe der Zunge ist rosa.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernIn der Erstbeschreibung von BÖHME & ZIEGLER (1997) werden die Molukken-Inseln Sula und Obi als Fundorte von V. melinus angegeben. Die gleichen Autoren machen in ihrem Artikel 1999 eine Ergänzung, indem sie die Verbreitung von V. melinus nur noch auf die Insel Sula beschränken. Sogar Halmahera und Sulawesi werden gelegentlich von indonesischen Händlern als Verbreitungsgebiete dieser Art angegeben. SPRACKLAND (1999) gibt als Verbreitungsgebiet von V. melinus zusätzlich die Inseln Mangole und Taliabu im Sula Archipel an. Weitere Verbreitungsangaben finden wir bei LEMM (1998) und BAYLESS & ADRAGNA (1999). Dort werden neben Taliabu auch die Inseln Bowokan und Banggai benannt. In dem Nachzuchtbericht von DEDLMAR & BÖHME (2000) wird auch noch die Insel Sanana genannt.
In der Arbeit von BAYLESS & ADRAGNA (1999) wird Varanus melinus als ein Bewohner des Tieflandregenwaldes beschrieben. Dort leben die Tiere versteckt unter umgefallen Baumstämmen oder hoch oben auf den Bäumen (LEMM 1998).
In der Natur bilden Vogeleier, grosse Insekten und Baumfrösche die Nahrung des Quittenwarans (BAYLESS & ADRAGNA 1999).
Pflege und Zucht
Glücklicherweise sind einige Exemplare dieser Waranart in die Hände erfahrener Pfleger gelangt. Es konnten sogar schon Nachzuchten erzielt werden (DEDLMAR & BÖHME 2000).
In menschlischer Obhut lässt sich V. melinus gut pflegen, da er ein ruhiger Vertreter des V. indicus-Komplexes ist. Ausserdem sind die Tiere überwiegend dämmerungsaktiv (BÖHME & ZIEGLER 1997, BAYLESS & ADRAGNA 1999).
Im Gegensatz zu den anderen Vertretern des V. indicus-Komplexes ist V. melinus nicht so stark an das Leben an und im Wasser gebunden, trotzdem sollte bei ihrer Pflege Wasserbecken in das Terrarium eingebaut werden. Versteckmöglichkeiten sollten genügend vorhanden sein.
Als Futter bietet man den Tieren Garnelen, Insekten (Grillen und Heuschrecken), Fische, Vögel und Mäuse (BÖHME & ZIEGLER 1997, LEMM 1998, ZIEGLER et al. 1998, DEDLMAR & BÖHME 2000).
Eine erfolgreiche Zucht ist schon gelungen. Dabei legte ein Weibchen mehrfach Eier ab, aus einem Gelege mit 6 Eiern schlüpften bei einer Inkubationstemperatur von 28,5°C nach 168 – 171 Tagen 5 Jungtiere. Die Gesamtlänge der Schlüpflinge war zwischen 210 und 220 mm bei einem Gewicht zwischen 21 und 23 g. Nach einigen Tagen nahmen die kleinen Warane Heimchen an und schon nach einem Monat wurden problemlos Babymäuse gefressen. (DEDLMAR & BÖHME 2000).
zurück