Artenteil
Varanus indicus (DAUDIN 1802) (Pazifikwaran)
Varanus indicus gehört zur Untergattung Euprepiosaurus, zählt damit zu den nächsten Verwandten der V.-prasinus-Gruppe. Die Färbung der Oberseite ist ein dunkles Braun bis Schwarz mit unzähligen verstreut liegenden kleinen gelben bis gelbgrünen Punkten oder Flecken. Die Bauchseite ist weiss oder cremefarben. Die Kopfschuppen sind klein und glatt, ausser einer Reihe deutlich vergrösserter Schuppen unter den Supraocularen. Das Nasenloch steht seitlich, es ist nur wenig näher zur Schnauzenspitze als zum Auge gelegen. 110 - 180 Schuppenreihen sind um die Körpermitte gelegen. Die Bauchschuppen sind klein. Der Schwanz ist seitlich stark zusammen gedrückt, mit einem niedrigen Mittelkiel. Die Länge beträgt zwischen 1,4 bis 1,8 mal die KRL. Die Schwanzschuppen sind glatt oder leicht gekielt, angeordnet sind sie nicht in Ringen, da die Schuppen der Unterseite grösser sind als die der Oberseite. Die GL beträgt bis 120 cm.
Die Zeichnung variiert sehr stark innerhalb des grossen Verbreitungsgebietes.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernVaranus indicus ist im Indopazifischen Raum weit verbreitet. Da er sehr stark an die Mangrove-Sümpfe adaptiert ist, beschränkt sich seine Verbreitung auf die küstennnahen Bereiche der von ihm bewohnten Inseln (BÖHME et al. 1994, MCCOY 1980, MERTENS 1942d, O’SHEA 1991, SPRACKLAND 1992, 1995). Dies trifft auch auf die Verbreitung in Australien zu (COGGER 1992, EHMANN 1992, WILSON & KNOWLES 1988). Dort bewohnt V. indicus den Mangrove-Gürtel im Norden des Northern Territory bis zur Cape York Halbinsel im äussersten Norden von Queensland. Seine Verbreitung reicht weit in die Pazifische Inselwelt, auch auf Guam sind diese Tiere beheimatet (DRYDEN 1965, DRYDEN et al. 1969, WIKRAMANAYAKE & DRYDEN 1988). Auf einigen Inseln im Pazifik wurde V. indicus zur Eindämmung der Rattenplage ausgesetzt, z.B. auf den westlichen Karolinen (UCHIDA 1966). V. indicus ist immer in der Nähe von Wasser zu finden, meistens halten sich die Tiere im Mangroven-Gürtel auf. Ihre Nahrung besteht grösstenteils aus Fisch. Aber auch jedes andere Tier, welches in das Beuteschema passt, wird überwältigt und verschlungen (LOSOS & GREENE 1988, SPRACKLAND 1992, 1995).
Pflege und Zucht
Die Haltung von V. indicus erfordert genügend Platz. Da die Tiere in der Natur Wasserbewohner sind, muss man ihnen im Terrarium auch die Möglichkeit zum Schwimmen schaffen, was ein grosses Wasserbecken unerlässlich macht. Die sonstige Einrichtung richtet sich nach den Bedürfnissen der Insassen, wobei einige dicke Äste und Versteckmöglichkeiten für das Wohlbefinden der Tiere unerlässlich sind. Eine der Grösse der Tiere angepasste Nistbox ist selbstverständlich.
Eine Nachzucht im Terrarium von Varanus indicus ist in den letzten Jahren mehrfach gelungen und auch veröffentlicht worden (WESIAK 1993a, b, KOK 1993, 1995a, 1995b).
Zwei Männchen und ein Weibchen dieser Art bewohnen bei WESIAK ein Terrarium mit 3,4 m2 Grundfläche und einer Höhe von 110 cm. Ein Wasserbecken aus glasfaserverstärktem Polyester mit den Massen 190 x 105 x 40 cm LBH ist in den Boden eingelassen. Zur Eiablage steht den Tieren eine Nistbox mit den Massen 60x40x40 cm LBH, die ebenfalls in den Boden eingelassen ist, zu Verfügung. Nur in der Nistbox ist Sand als Substrat vorhanden, der Rest des Terrariums ist mit Styropor und Epoxyd-Harz so gestaltet, dass das Waranpaar auch die Seitenwände und die Rückwand zum Klettern nutzen kann (WESIAK 1996). Das Weibchen legte mehrfach etwa 6 Wochen nach einer beobachteten Paarung Eier ab. Meistens wurden sie aber vom Weibchen nicht in der Nistbox vergraben, sonder einfach im Terrarium verstreut abgesetzt. Aus 5 Gelegen mit insgesamt 25 Eiern schlüpfte nach einer Inkubationszeit von 174 Tagen ein Jungtier. Die Eier waren in Vermiculite gebettet, und die Temperatur im Inkubator betrug 28,5°C. Das Jungtier hatte beim Schlupf eine GL von 26,8 cm, davon entfielen 11,1 cm auf KRL. Das Gewicht betrug 22,0 g. Bei 8 weiteren Gelegen, bei der das Weibchen insgesamt 60 Eier in der Nistbox vergrub, schlüpften nach 158-176 Tagen 8 Jungwarane. Die Zeitigung erfolgte bei diesen Gelegen in feuchtem Vermiculite. Einzig das letzte Gelege wurde in feuchtem Perlite gezeitigt. Die Temperatur lag zwischen 28,9 und 30 °C. Nach dem Schlupf wogen die Jungwarane zwischen 20 und 26,5 g bei einer GL zwischen 25,5 und 28,6 cm. Die geringe Schlupfrate beruht darauf, dass das Weibchen 26 Eier sofort nach der Ablage aufgefressen hat (WESIAK pers. Mitt.).
Auch bei KOK (1993, 1994, 995) bestand die Zuchtgruppe aus zwei Männchen und einem Weibchen. Das Weibchen setzte zwischen 1992 und 1994 insgesamt 5 Gelege mit zusammen 25 Eiern ab. Die Inkubation erfolgte in feuchtem Torf bei 26 - 34°C. Nach 150 - 182 Tagen schlüpften aus allen Gelegen zusammen 18 Jungtiere. Die GL der Tiere lag zwischen 27 und 31 cm.
Die Aufzucht verlief bei allen Nachzuchten problemlos.
zurück