Artenteil
Varanus doreanus (MEYER 1874) (Blauschwanzwaran)
Varanus doreanus ist ein Vertreter der Untergattung Euprepiosaurus. Die Tiere dieser Art wurden früher als V. indicus kalabeck bezeichnet, wurden aber bei einer Überarbeitung des indicus-Komplexes durch BÖHME et al. (1994) als V. doreanus beschrieben.
Die Färbung ist graublau. Der Nacken, der Rücken und die Oberseite der Gliedmassen sind mit runden, schwarzen, hell gekernten Ozellen bedeckt, die auf dem Rücken am grössten sind. Dort bilden sie unregelmässige Querreihen. Die Kehle ist stark marmoriert, die Farbe der Zunge ist weisslich bis gelblich. Die Schuppen auf dem Hals sind glatt und langgestreckt oval. Das Nasenloch ist viel näher zur Schnauzenspitze als zum Auge gelegen. 173 Schuppen-reihen sind um die Körpermitte angelegt. Der Schwanz ist seitlich zusammengedrückt, ein Doppelkiel ist deutlich sichtbar. Die Schwanzschuppen sind leicht gekielt. Die Grundfarbe des Schwanzes ist ein leuchtendes Blau, das durch schwarze Querbänder unterbrochen wird, zur Spitze überwiegt die blaue Grundfarbe. Bei erwachsenen Tieren verblasst diese Farbe zu einem sehr hellen Blau. Diese Waranart kann eine Gesamtlänge von 135 cm erreichen (PHILIPP 1999). Die Länge des Schwanzes erreicht etwa 1,6 mal die KRL.
Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise
auf das Bild klicken um die Karte zu vergrössernDie Verbreitung von V. doreanus erstreckt sich auf Neu-Guinea und Neu-Britannien, die vorgelagerten Inseln Salawati, Biak, Wammer und Aru. Auch an der Nordspitze von Australien, der Cape York Halbinseln wurden diese Tiere nachgewiesen (BÖHME et al. 1994, ZIEGLER et al. 1999). Die Berichte von einem Vorkommen auf Halmahera, Molukken, (YUWONO 1998, ZIEGLER et al. 1999 a, b) sind noch nicht bestätigt und erfordern noch eine weiter Überprüfung.
Die Tiere beanspruchen dort den gleichen Lebensraum wie V. indicus. Sie sind vornehmlich im Monsumwald anzutreffen, wobei diese Art eher in den dichteren Waldgebieten zu finden ist, während V. indicus die offeneren Waldgebiete bevorzugt. Auf der Vogelkop Halbinsel von Neu-Guinea konnte PHILIPP (1999) beobachten, dass V. doreanus offene Flächen an Flussufern und kleine Lichtungen, die von umgefallenen Bäumen herrührten bevorzugte. BENNETT (1998) vermerkt, dass das Vorkommen des Blauschwanzwaran stark abhängig ist mit dem Vorhandensein von intakten Waldgebieten.
V. doreanus ist in seinem Biotop kein Baumbewohner, sondern erwachsene Exemplare wurden fast ausschliesslich am Boden angetroffen. Jungtiere dagegen bevorzugen das Leben auf Bäumen. Damit scheint eine Futterkonkurrenz mit den Adulttieren vermieden zu werden.
Als Futter wird neben Schildkröteneiern auch Aas verspeist (BENNETT 1998, PHILIPP 1999). PHILIPP (1999) vermutet, dass auch Landkrabben zum Speiseplan dieser Art gehören könnten.
Pflege und Zucht
Für die Haltung dieser Waranart empfiehlt sich ein grosses Terrarium mit einem mässig grossen Wasserbecken. Die Pflege gestaltet sich ähnlich der Pflege von V. indicus. Der Grösse der Warane entsprechend füttern wir sie mit Mäusen, Fischen und Krabben.
Über die Zucht dieser Waranart in menschlicher Obhut ist bisher nichts bekannt. Es wird vermutlich auch hier keine grösseren Probleme geben, wenn man sich bei der Pflege an den Erfahrungen bei Haltung und Zucht des nahen Verwandten V. indicus orientiert. Eine Nachzucht sollte dann auch möglich sein. Das grösste Problem wird aber auch hier sein, gesunde Tiere zu bekommen.
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