| |
 
Varanus beccarii ist ein Vertreter der Baumwarane aus der V. prasinus-Gruppe und gehört in die Untergattung Euprepiosaurus.
Die Art (V. beccarii) wurde früher als Unterart von V. prasinus angesehen (MERTENS 1941). SPRACKLAND (1991b) hat bei seiner Überarbeitung des V. prasinus-Komplexes diese ehemalige Unterart in Artstatus erhoben. Gleichzeitig hat SPRACKLAND die beiden Unterarten V. p. prasinus und V. p. kordensis zur Art V. prasinus zusammengefasst, da die Unterschiede der Beschuppungsmerkmale nicht signifikant erschienen. ZIEGLER & BÖHME (1997b) stellten aber fest, dass die Unterschiede zwischen V. p. prasinus und V. p. kordensis so gravierend sind, dass sie dieses Taxon wieder aufgriffen und in Artstatus (V. kordensis) erhoben. Gleichzeitig stuften sie V. beccarii wieder als Unterart zu V. prasinus ein.
In einer neueren Studie (ZIEGLER et al. 2007) wurden die Verwandschaftsverhältnisse innerhalb der V. prasinus-Gruppe anhand von DNA-Untersuchungen überprüft, und es wurde festgestellt, dass V. beccarii doch als eigenständige Art anzusehen sei.
Die Färbung bei V. beccarii ist einfarbig schwarz ohne jedes Anzeichen einer Zeichnung. Auch die Färbung des Bauches ist schwarz, gelegentlich in den Achseln und der Hüfte grau. Die Kopfschuppen sind groß, vieleckig und glatt, die Nackenschuppen sind leicht vergrößert und gekielt. Das Nasenloch liegt in der Mitte zwischen Schnauzenspitze und Auge. 81-86 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Die Bauchschuppen sind leicht gekielt. Der Schwanz ist im Querschnitt rund und etwa 1,7 - 2,3 mal so lang wie die KRL. Die GL beträgt bis 95 cm.
|
Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise |

Die Verbreitung dieser Waranart beschränkt sich auf die Aru-Inseln südwestlich von Neu-Guinea. V. beccarii ist ein Baumbewohner, dessen Schwanz als Greiforgan ausgebildet ist, so dass sich die Tiere im Astwerk der Bäume festhalten können, wenn sie auf Beutefang gehen. Als Futter nehmen die Tiere jede Art von Insekten, wobei bevorzugt Laubheuschrecken erbeutet werden. Gelegentlich fressen sie auch kleine Vögel, die sie bei ihren Streifzügen durch die Baumkronen in den Nestern erbeuten (MERTENS 1941, CZECHURA 1980, GREENE 1986, LOSOS & GREENE 1988, SPRACKLAND 1989a, 1991a, 1992b, 1994a).
|
Pflege
und Zucht |
Alle Vertreter des prasinus-Komplexes der Untergattung Euprepiosaurus pflegt man in Terrarien für Baumbewohner. Da die Tiere aus dem tropischen Regenwald kommen, benötigen sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dies wird erreicht mit Rindenmulch als Bodensubstrat, das man immer feucht hält. Eine unter dem Terrarium angebrachte Bodenheizung erhöht die Luftfeuchtigkeit zusätzlich.
Bei der Pflege eines Paares dieser Tiere, hat es sich bewährt, das Terrarium in der Mitte zu unterteilen. Zwei verschließbare Schlupflöcher, eins oben das andere unten in der Trennwand, ermöglichen den Tieren in den anderen Teil des Behälters zu wechseln. Die Einrichtung sollte so gestaltet sein, dass es den Tieren ermöglicht wird, sich ohne Blickkontakt unter dem, in jedem Teil angebrachten Wärmestrahler aufzuheizen. Die Unterteilung ist auch bei der Fütterung von Vorteil, da man so eine Kontrolle hat, ob und wie viel jedes Tier frisst. Während der Paarungszeit, die man einleiten kann, indem man die Luftfeuchtigkeit durch Sprühen noch einmal erhöht, ist besonders darauf zu achten, dass keines der Tiere durch den Partner gestresst wird. Sobald man bemerkt, dass ein Tier die Futteraufnahme verweigert oder apathisch wirkt, muss man die Tiere unbedingt trennen.
Bei der Paarung achtet man darauf, dass das Männchen das Weibchen nicht zu stark treibt. Falls das Weibchen kein Interesse an den Annäherungsversuchen des Partners zeigt, trennt man sie wieder und versucht einige Tage später erneut eine Vergesellschaftung der Tiere. Das Vorspiel zur eigentlichen Paarung kann sehr stürmisch wirken. Aber nach einiger Zeit werden die Tiere ruhiger und das Männchen besteigt das Weibchen. Die eigentliche Paarung verläuft sehr ruhig. Eine Paarung kann sich über 30-45 Minuten hinziehen. Weitere Paarungen können in den folgenden Tagen erfolgen. Vor der Eiablage trennt man die Geschlechter, um dem Weibchen mehr Ruhe zu gönnen. Bewährt hat sich die Bereitstellung einer Nisthöhle für Papageien, die mit feuchtem Rindenmulch gefüllt ist.
Die frisch abgelegten Eier messen etwa 60 mm in der Länge und etwa 20 mm im Durchmesser. Wir überführen sie in vorbereitete Brutschalen. Auch hier spielt es keine Rolle, ob zur Zeitigung Vermiculit oder Perlite verwendet wird. Bei einer Inkubationstemperatur von 27-29 °C schlüpfen die Jungtiere nach etwa 170 Tagen. Im Gegensatz zu den Elterntieren sind sie nicht einheitlich schwarz, sondern weisen auf dunklem Grund mehrere Querreihen grüner Schuppen auf. Diese Zeichnung verliert sich aber nach einigen Wochen und sie zeigen dann das lackschwarze Schuppenkleid der Adulttiere (EIDENMÜLLER & WICKER 1992, SPRACKLAND 1989a, 1992a, BIEBL 1994b, EIDENMÜLLER 1996).
|