Empagusia
Varanus rudicollis (GRAY 1845)
Rauhnackenwaran
 

rudicollisDer Rauhnackenwaran gehört zur Untergattung Empagusia. Der Kopf ist sehr langgestreckt, das Nasenloch ist ein waagrechter Schlitz und näher zum Auge als zur Schnauzenspitze gelegen. Die Nackenschuppen sind sehr gross und gekielt. Rund um die Körpermitte sind 139 - 169 Schuppenreihen angeordnet. Der Schwanz ist seitlich zusammengedrückt und etwa 1,27 - 1,61 mal so lang wie die KRL. Auf der Oberseite bilden zwei Schuppenreihen einen schwach ausgebildeten Kiel. Die GL kann bis 150 cm betragen.
Die Grundfarbe ist gewöhnlich Schwarz. Einige hellere Flecken auf dem Rücken sind nur bei jüngeren Exemplaren zu erkennen, im Alter verschwinden sie fast ganz.


Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise

rudicollis

Der Rauhnackenwaran ist ein Baumwaran. Er bewohnt die Primär- und Sekundärwälder von Burma, Thailand, Malaysia, Banka, Riau, Sumatra und Borneo (WERNER 1900, DE ROOIJ 1915, MERTENS 1942d, 1950, 1959, HARRISON & BOO-LIAT 1957, TAYLOR 1963). In kultivierten Gebieten wurden bisher noch keine Tiere dieser Art beschrieben.
Das Typusexemplar wurde von den „Philippinen“ beschrieben, das scheint aber sehr fraglich zu sein. Es ist bisher kein weiteres Exemplar aus dieser Region nachgewiesen worden. AUFFENBERG (1988) bemerkt aber, dass es wahrscheinlich sein kann, weitere grosse Waranarten auf den Philippinen nachweisen zu können.
V. rudicollis ist fast ausschliesslich in undurchdringlichen Primär-Regen- und Mangrovewäldern anzutreffen (LADIGES 1939). Gelegentlich kann diese Art in der Nähe von kleinen Küstenflüssen beobachtet werden. Auf der malayischen Halbinsel wurden Tiere sowohl im Primär- als auch im Sekundärwald angetroffen (BENNETT & LIM 1995, JASMI 1988).
Leider ist bisher kaum etwas über die Lebensweise in der Natur bekannt, da diese Tiere sehr scheu sind und in fast unzugänglischen Biotopen leben. Der bevorzugte Lebensraum sind die Bäume. Dort suchen sie Schutz in Baumhöhlen. Einige berichte besagen, dass einige Exemplare vom Rauhnackenwaran beobachtet wurden, wie sie am Boden nach Nahrung gesucht haben, aber bei der kleinsten Störung umgehend auf Bäume geflüchtet sind (WERNER 1900, BARBOUR 1921, LADIGES 1939, LIM 1958, JASMI 1988).
AUFFENBERG (1988) bemerkt, dass diese Tiere Nahrungsspezialisten zu sein scheinen und sich hauptsächlich von Insekten ernähren, die auf Bäumen anzutreffen sind. In älteren Berichten wird immer wieder erwähnt, dass V. rudicollis sich ausschliesslich von Baumameisen und –termiten ernähren würde (MERTENS 1942a). Das ist aber vermutlich nur ein Übermittlungsfehler. Bei dieser „Diät“ könnte ein Tier dieser Grösse vermutlich nicht überleben.
Bei Mageninhaltsuntersuchungen wurde festgestellt, dass die Nahrung zu grossen Teilen aus Insekten (Hundertfüsser, Laubheuschrecken), aber auch aus Fröschen, Froscheiern, Skorpionen, Spinnen und Schnecken bestanden hat (LOSOS & GREENE 1988). BRANDENBURG (1983) berichtet von grossen Schaben und Heuschrecken, die er bei der Untersuchung eines Exemplars gefunden hat.


Pflege und Zucht
Der Rauhnackenwaran wird sehr häufig in Terrarien gepflegt. Die Tiere brauchen ein relativ grosses Terrarium, dass für einen Baumbewohner eingerichtet wird. Da diese Tiere einen hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, sollte man als Bodensubstrat Rindenmulch verwenden, der regelmässig befeuchtet wird. Damit kann man die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Da die Tiere anfänglich scheu sind, sollte man ihnen Rückzugsmöglichkeiten anbieten. Dicke Baumstämme, hinter denen sie sich vor den Blicken verstecken können sind sehr wichtig. Eine grössere Schale, die immer mit frischem Wasser gefüllt ist, sollte im Terrarium auf keinen Fall fehlen.
Über die Zucht von V. rudicollis ist bisher noch kein Bericht bekannt, einzig HORN & PETTERS (1982) berichten über die Zeitigung und Aufzucht dieses Warans. 5 Eier eines 13 Eier umfassenden Geleges eines frisch importierten, trächtigen Weibchens entwickelten sich und die Jungtiere schlüpften nach 180-184 Tagen. Die Inkubation erfolgte bei 28 - 30°C. Die Jungtiere massen beim Schlupf zwischen 238 und 280 mm, das Gewicht lag zwischen 19,4 und 21,6 g
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