Empagusia
Varanus bengalensis (DAUDIN 1802)
Bengalen Waran
  Varanus bengalensis gehört zur den grösseren Vertretern der Untergattung Empagusia MERTENS (1942d). Er kann eine GL bis zu 180 cm erreichen. Der Schwanz ist seitlich zusammengengedrückt und hat auf der Oberseite einen niedrigen Doppelkiel. Er kann 1,3 - 1,7 mal so lang wie die KRL werden. Die Tiere haben ein schlitzförmiges Nasenloch, das näher zum Auge gelegen ist als zur Schnauzenspitze. 139 - 165 Schuppenreihen sind um die Körpermitte angeordnet. Die Färbung ist dunkel olivbraun mit einer gelblichen Marmorierung. Gelegentlich ersetzen kleine gelbe, dunkel umrandete Flecken diese Zeichnung. Diese können zu Querreihen angeordnet sein.
Zwei dunkle Schläfenstreifen sind an Kopf erkennbar, die bei Jungtieren deutlicher ausgebildet sind. Diese ernähren sich hauptsächlich von Insekten (AUFFENBERG & IPE 1983).

Verbreitung,
Lebensraum und
Lebensweise

bengalensis

Das Verbreitungsgebiet von V. bengalensis erstreckt sich vom Iran im Westen über Afghanistan, Pakistan, Indien, Sri Lanka, Bangladesh bis nach Nepal, das südliche China und Burma (MERTENS 1942d, AUFFENBERG 1994a).
Diese Waranart bevorzugt undurchdringliche Wälder entlang von Flussläufen. Dort sind sie hauptsächlich am Boden anzutreffen. Gelegentlich klettern erwachsene Tiere auch auf Bäume. Bei Jungtieren ist dieses Verhalten stärker ausgeprägt.
Das Nahrungsspektrum von V. bengalensis besteht zum grössten Teil aus kleineren Wirbellosen (LOSOS & GREENE 1988). Bei Mageninhaltsuntersuchungen wurde eine Vielzahl von unterschiedlichen Futtertieren (Käfer, Schaben, Zikaden, Schmetterlinge, Termiten, Würmer, Spinnen, Skorpione, Hundertfüsser, Schnecken und Krabben) nachgewiesen (AUFFENBERG 1984, 1994). Aber es werden auch Fische, Frösche, Echsen, Schlangen, Vögel und kleine Säugetiere überwältigt und gefressen. Einige Warane wurde dabei beobachtet als sie Aas gefressen haben (SUBBA RAO & RAO 1984).


Pflege und Zucht
KLAG & KANTZ (1988) pflegten ihre Tiere in einem mässig grossen Terrarium, das aus Sauberkeitsgründen kein Bodensubstrat enthielt. Einige Putzlappen und Teppichbodenreste dienten den Tieren als Versteckmöglichkeiten. Das Weibchen legte 8 Eier ab, ohne dass Paarungen beobachtet wurden. Die Luftfeuchtigkeit des Substrates wurde durch tägliches Besprühen auf ca. 95% gehalten. Nach 170 - 173 Tagen schlüpften insgesamt 5 Jungtiere bei einer Inkubationstemperatur von 30 - 34 °C. Sie massen beim Schlupf 180 mm und hatten ein Gewicht von 28 g. Die Jungwarane ernähren sich hauptsächlich von Insekten (AUFFENBERG & IPE 1983). Eine weitere Nachzucht beschreibt GORMAN (1993).
   
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